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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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258
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Nothwendigkcil"... mußman freilich mit allerEchärfe einer Demonstrationverfahren. Bei dem Ausdrucke „Gott" aber sollte man, statt von den ver-schiedenen Beweisen der Eristcnz Gottes, lieber von den verschiedenenMitteln, daS WachSthum in der Erkenntnis' GollcS zu befördern, re-den. — Aber eben so empörend (und zugleich ganz irrig) ist die Behaup-tung, daS Daseyn GottcS sey eines Beweises weder fähig, noch bedürf-tig. Sehen wir denn Gott schon jetzt unmittelbar, erkennen wir Gottnicht in seinen Werken, wie in einem Spiegel (freilich noch unvollkom-men)? Ist es also nicht möglich, nicht norhwendig, auf diese Werke, aufdie vielen Erweise der unendlichen Macht, WeiSkeit und Liebe, hinzuse-hen, und die Erkenntnis GotteS lebhaft zu machen? (Erst im andern Le-ben werden wir Gott unmittelbar schauen, wie er ist). Ucbrigcns kommtes auf den Namen nicht an; eS ist ein's, ob man die Beweise Nachwei-sungen, Deduktionen, Gründe, Wege der Erkenntnis Got-tes nennet, oder sie mit ihrem Namen „Beweise" bezeichnet. Zweck-mäßig ist es aber, in der metaphysische» Theologie bei der Abhandlungüber den Ursprung unserer Erkenntnis Gottes alle Beweise zusammenzu fassen.

*** Dm hier geführten kos mologischen Beweis vom Daseyn des selbst-ständigen, nolhwendigen Wesens, welches die Welt erschaffen hat, kannman eigentlich in zwei zerlegen: 1 . in den kosmologischen über-haupt, 2. in den psychologischen (jenen Tbeil des Beweises, der sichauf die Veränderlichkeit unserer Seele bezieht). — Der physiko-theologische Beweis aus der Zweckmäßigkeit, Ordnung und Größeder Welt überhaupt und der einzelnen Theile derselben insbesonderezeigt dann die außerordentliche Macht, Weisheit und Güte des (schonim kosmologischen Beweise erkannten) notbwendig eristircnden Wesens,welches der Urheber des Weltalls ist. Zu diesem gehört der richtig ver-standene moralische Beweis, der Beweis aus der moralischen Naturdes Menschen, aus dem Gewissen und dem Gefühle für daS Sirtlichgute.Der historische Beweis wird aus der Uebcreinstimmung aller Völkerin allen Jahrhunderten geführt. Insofern er geführt wird aus den (vonder Geschichte bezeugten» Erscheinungen Gottes (Tbeophanien),Wundern der Allmacht und Allwissenheit, — und Mitt heil ungendes Geistes Gottes an so viele Propheten und Helden im altenBunde, und die Apostel im neuen Bunde; kann derfclbc historisch-physikotheologisch heißen. — Der ontologische Beweis wird ausdem objektiven Begriffe 1. des Unendlichen, 2 . des Selbstständi-gen geführt.

§. 122 .

Noch zwei andere Beweise für den Satz: „Die Welt istnicht selbstständig, sondern hängt von einem selbst-ständigen Wesen ab."

1. Die Welt ist zusammengesetzt und existirt im Rau-me. Nun aber ist jede andere Zusammensetzungswcise,so wie jede andere Lage im Raume innerlich möglich (ansich genommen). In dem Wesen selbst kann also nicht gerade dieseZusammensetzungsweisc, gerade diese Lage gegründet seyn, also nurin einem Grunde außer dem Wesen derselben, also ist die Weltnicht selbstständig.

2. Jede andere Größe und Figur der Weltkörper ist in-nerlich möglich; also kann nicht gerade diese Figur, gerade dieseGröße im Wesen so liegen, daß, wie das Wesen, so auch das Ge-gründete hinreichend und nothwendig bestimmt wird.

* Rcimarus drückt dieses so aus: (S> 127) «Es ist dem Dinge dieser