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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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möglich. Jedoch kann man in diesem Falle noch eine besondere,von der vorigen ganz unterschiedene Ordnung machen, z. B. iuRücksicht der Grösse, der Figur der Bücher von ganz gleichemInhalte. Dieser Zweck, z. B. die Schönheit der Stellung, ist ganzverschiede» vom Zwecke der Bibliothek, welcher in der Beförderungder Wissenschaft besteht.

4. Wenn die geordneten Dinge nicht nur die wesentlicheFähigkeit zum gemeinschaftlichen Zwecke hätten, sondern wenn auchdie Bestimmung des Ortes oder der Zeit, die nach der Fähigkeiteines Jeden eingerichtet ist, durch die Wesenheit der Dinge (alsonvthwcndig) bestimmt wäre; so würde man eine solche Ordnungeine nothwcndige Ordnung nennen müssen, obgleich das Dascynder Dinge selbst (daher auch die ans solchen nothwcndig hcrvorgc-hcndc Ordnung) nur das Werk des Unendlichen sehn kann. Fehltein's von beiden, so ist die Ordnung zufällig.

§. tOI.

Grund des Daseyns einer nicht n'othwcndigcn (zufäl-ligen) Ordnung.

1. Daß bei der zufälligen Ordnung der hinreichende Grundderselben nicht in der Wesenheit, noch in den Modifikationen, alsoin einem Dinge ausser den geordneten Dingen liegt, daher außerdem Gbunde des Daseyns "der Dinge noch ein besonderer Grunddes Daseyns der Ordnung erforderlich (und ausser den Dingen be-findlich) ist, ist aus dem "früher Gezeigten einleuchtend.

2. Eine zufällige und dabei sehr zusammengesetzte Ordnung setztnicht nur übcrbanpt einen besonder» Grund ihres Daseyns voraus,sondern zugleich einen solchen Grund, welcher vernünftig ist,und nach seiner Absicht die Dinge nach ihren Fähigkeiten zum ge-meinschaftlichen Zwecke gestellt hat.

Denn, wenn jener Grund nicht ein vernünftiges Wesen wäre,welches die Fähigkeit eines jeden Dinges und die für dasselbe an-gemessene Stellung einsicht, und hiernach jedem Dinge die zweck-' mäßige Stelle anweisct; so ist aus einem solchen Grunde dieseStellung weder objektiv möglich, noch subjektiv denkbar; cs wärehier etwas Gegründetes ohne hinreichenden Grund. So sind dievielen Buchstaben in der Aeneide unzählig vieler Zusammensetzungenfähig. Daß sie nun gerade diese Zusammensetzung wirklich haben,ist nur dadurch möglich und erkennbar, daß ein vernünftiges We-sen sic gerade so verbunden hat.

Man wende nicht ein:Die Bienen machen in ihren Bienen-stöcken eine so mathematische Ordnung, daß kein Mensch dieselbeihnen nachkonstruiren kann; die Sonne beschreibt so mathematischihren Kreis, daß sie das grösste Staunen erregt; und doch habenweder die Bienen, noch die Sonne Verstand." Denn gerade die-ses ist ein Beweis, daß der Schöpfer den Bienen gerade einen sol-chen Instinkt, und der Sonne eine solche Kraft gegeben hat,welche solche Wirkungen hcrvorbringt. So zeigt auch eine Uhr die