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2. Verhältnisse der Begriffe rücksichtticb ihresUmfanges.
I. 76.
Die Sphären zweier oder mehrerer Begriffe fallen entweder l.ganz zusammen «das ist der Fall, weiiii der Inhalt der Begriffederselbe ist), oder 2. in einander (das geschieht, wenn der eineBegriff eine Theilvorstellung des andern ist), oder 3. anfier ein-ander, dock, so, dast beide zusammen die Sphäre eines nächstendritten Begriffes aus»iaclien (dieses tritt ein, wen» die Begriffe kon-tradiktorisch sind), oder 4. so außer einander, daß dieses nichtgeschieht (das ist wirklich, wenn die Begriffe so konträr sind, daßsie zusammen genommen nicht den Kreis des nächsten Begriffesausmachen), oder 5. tHeils in, theils auseinander (dasereignet sich bei affinen Begriffe». In dieser Hinsicht gibt eSI. gleichgcltendr, 2. untergeordnete, 3. beigeordnete,4. geschiedene Begriffe, und 5. Begriffe mit kreuzenden Sphären.
Beispiele: zu k: Dreieck, dreiseitige Figur.
Zu 2: Fignr, Dreieck.
Zu 3: Gleichseitige,nichtglcichseitigeDreiccke.
Zu 4: Fisch, Vogel.
Zu 5: Ein grünes Kleid, ein grüner Tisch.
* Daß übrigens auch kvnrrarc Begriffe koordinirt seyn keimen, ist ein-leuchtend, z. B. gottselig, gleichgültig, gottlos (lasterhaft) sind koor-dinirte konträre Begriffe, sie machen die ganze Sphäre das Begriffs„sittlich" aus.
§. 77.
In Rücksicht auf untergeordnete Begriffe bat man zu unter-scheiden den überordn enden, in dessen Sphäre die Sphäre desandern enthalten ist, und den untergeordneten, dessen Sphärein der Sphäre des andern enthalten ist. Der überordnendc Begriffbeißt auch ein weiterer, höherer, ein allgemeiner Begriff;der untergeordnete wird ein engerer, niedrigerer, beson-derer Begriff genannt. Bei dem Ausdrucke „niedrigerer Begriff"muß man sich hüten, daß man nicht darunter eine geringere Würdedes dadurch bezeichneten Dinges verstehe, sondern nur ein wenigerabstraktes, also vollkommener bestimmtes Wesen.
Wenn der höhere und niedere Begriff eine Verneinung bekom-men, z. B. Baum und Apfelbaum, so wird der niedere Begriffder höhere, die Begriffe stehen also dann in einem umgekehrten Ver-hältnisse, z. B. Nichtbanm und Nicbtapfclbaiim.
Der höhere Begriff wird auch Gcschlechtsbcgriff genannt,und dieser wird in Gattungs- und Artbegriff eingctheilt.Art begriff ist jener Gesebleebtsbegriff, der sich auf mehrere In-dividuen bezieht. Gattungsbegriff ist jener Geschlcchtsbegriff,der das Gemeinsame mehrerer Arten in sich enthält (oder der sichauf mehrere Arten bezieht). Den nämlichen Gcschicchtsbcgriff kannman in verschiedenen Rücksichten Gattungs - und Artbegriff