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die Leidenschaft vorziehk, wird durch den Rausch der Begierde» be-täubt die wahre Weisheit verkeime».
* Wie der gute Philosoph (durch den Gedanken an diese Gefahren desMißbrauch's der philvsvphirenden Vernunft vorsichtig gemacht) seineVernunft mit steter Rücksicht aus die leitende Offenbarunggebraucht (ohne jedoch seine Beweise aus der Offenbarung zu nehmen),diele? ist ausführlich und gründlich in der vortrefflichen Zeitschrift vonFrint dargestellt (im dritten und vierten Jadrgange 181k): „lieber denUrsprung und die Ausbreitung des Rationalismus, und über die Mit-tel dagegen". Hier wird insbesondere auf die Gefahren und Nach-theile, welche mit den Systemen der kritischen und der Identi-tät s p h i lo sopb i e verbunden sind, hingewiesen (S. Z5k. . . .),und (S. 1S1) die allgemeine Bemerkung gemacht: „Gott bat in derNatur, in-der Einrichtung der Welt und in der Beschaffenheit des Men-schen viele seiner Gedanken und Absichten niedergelegt, ausqedrückt,die auch für eine endliche Vernunft leserlich sind. Aber, wenn dieMenschen auf die göttliche Deutung dieses natürlichen Buchstabens,wenn sic auf die Aussprüche Gottes in der Offenbarung gar keineRücksicht nehmen . . .: wie verschieden werden dann die Deutungendes Buches der Natur! Der Eine sieht und findet die Natur in Gort,der Andere Gott in der Natur. Dieser macbt Gort zur allgemeinenWeltsecle, und die Natur zum Körper des unendlichen Geistes. Je-nem deutet die Natur nur auf einen Baumeister. . . . Aber wie klar,einfach und zusammenhängend liest diese nämliche schwache Mcnschen-vernunfr in dem Buche der Natur, wenn sie bei ihrem Lesen und Deu-ten auf die höhere Offenbarung Rücksicht nimmt! Sie erkennt an derWelt ein, von Gott sowohl der Marcrie, als der Form nach in derZeit bervorgcbrachtes, Werk, welches er mir eben der Macht, Weis-heit und Güte erhält und regiert, mit welcher er cs erschaffen har."
§. 37.
Verschiedene Arten des Studiums der Philosophie.
Es gibt drei Arten, Philosophie zu studiren: 1. das Schaf-fen neuer Systeme; 2. das Erfassen, Prüfen und durchSelbstdenken in sein Eigenthum Verwandeln des Wah-ren und Brauchbaren eines vorhandenen Systems;3. das bloße Begreifen eines Systems oder mehrerer Systeme.Die letzte Art ist eigentlich nicht philosophisch, sondern nursubjektiv historisch (wiewohl objektiv rational); man faßt undbehält dabei nur dasjenige, was Andere lehren. Uebcr die Wich-tigkeit der zweiten Art siehe die Vorrede.
§. 38.
Kan» Philosophie gelehrt und gelernt werden?
Philosophie kann nur in dem Sinuc gelehrt werden, daß manbei Andern das Selbstdcnken weckt und übt, daß man ihnen dieGegenstände des Philosophirens vorfuhrt, ihnen den Weg der Unter-suchung angibt, sie leitet, vor Abwegen warnet, sie die Gründe desvorgetragenen Systems würdigen oder finden läßt. — Was daszweckmäßige Lernen der Philosophie angeht, so ist im vorigen §. unter2, davon die Rede gewesen.
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