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Beiträge zur Kenntniss der melanesischen, mikronesischen und papuanischen Sprachen
Entstehung
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v. d. Gabelentz und Meyer,

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die Geschwindigkeit bestimmt, scheinen mindestens zum guten Theileschon nach dem heutigen Stande unsrer Wissenschaft erkennbar.

Das postulirte Malaio-melanesische Urvolk müsste nun eine gemein-same Sprache geredet haben, deren Verzweigungen die heute lebendenmalaiischen, poly- und melanesischen Idiome darstellen, und aus derEntähnlichung dieser Zweige müsste sich deren Entfernung von demgemeinschaftlichen Stamme ermessen lassen. Welche Entfernung?Zunächst nicht die zeitliche sondern, wenn der Ausdruck erlaubt ist,die biologische. Erst in zweiter Ordnung entscheidet sich die Frage,wie rasch oder langsam, mithin wie lange mögen die Sprachen ge-trennt gelebt haben, um unter einander soweit verschieden zu werden?vor wie langer Zeit waren sie also eine einzige?

Also zuerst müsste der Grad der Entähnlichung ermessen wer-den. Legen wir hiebei den indogermanischen Sprachstamm als denbesterforschten als Maassstab an, so liegt die Gefahr nahe, dass wirdie Abstände zwischen den uns beschäftigenden Sprachsippen zuweit bemessen. Dort können wir aus den tiefen Brunnen mehrereralter Literatursprachen schöpfen, hier müssen wir fast durch-gehends mit dem Allerneusten fürlieb nehmen, das heisst etwa so-viel als: Französisch mit Mahrattisch statt Lateinisch mit Sanskritvergleichen. Und damit ist noch nicht Alles gesagt: für die Sprachenunseres Stammes haben wir überall reiche grammatische und lexi-kalische Hülfsmittel. Wir betonen die letztem namentlich; denn offen-bar ist für die Wortvergleichung nichts förderlicher, als eine reicheAuswahl von Synonymen: passt zu Mond nicht luna, so passt dazumensis, gehen schwedisch sofva und dormire nicht zusammen, soschliesst sich zu Ersterem sopor und zu letzterem drömrna , träumen.Unsere Hilfsquellen waren meist sehr spärlich und zum Theile gewissnicht ganz zuverlässig. Dies wolle der Leser im Gedächtnisse behalten,wenn er unser polyglottes Wörterbuch durchsieht, denn so, nochlange nicht als ein vergleichendes möchten wir es gewürdert sehen.Findet er nun, wie wir ihm in Aussicht stellen, eine sehr grosseMenge auffallender Ähnlichkeiten, so möge er selbst schätzen, wievielmehr des Vergleichbaren sich wohl finden würde, wenn man dieWortschätze der einzelnen Sprachen gründlicher könnte. Vorläufigfreilich beweisen die Anklänge noch sehr wenig. Von der gram-matischen Entähnlichung sei an dieser Stelle nicht die Rede. Sie ist