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[1] (1860)
Entstehung
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IV
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IV

Vorwort.

kann sich nicht damit begnügen, sondern verlangt, wie jede andereWissenschaft, Selbstzweck zu sein.

Ein solches Verlangen ist aber leichter gestellt als befriedigt. Diesliegt in der Natur der Mittel, die dem Sprachforscher zu Erreichung sei-nes Ziels zu Gebote stehn. Es sind deren, analog zu den eben angege-benen Zwecken, denen die Sprachwissenschaft dienstbar ist, drei her-vorzuheben: die fremde Literatur, der persönliche Verkehr und die Ar-beiten der christlichen Sendboten. Von den Sprachen, welche eine irgendnennenswerthe Literatur haben, ist aber wohl keine unerforscht geblie-ben, dieser Quell der Sprachwissenschaft ist also im grossen Ganzen alserschöpft anzusehn; durch mündlichen Verkehr fremde, noch unbekannteSprachen zu erlernen ist auch nur Wenigen vergönnt: es bleiben also,um neue Eroberungen auf dem Gebiet der Sprachenkunde zu machen, nurnoch die von Missionären und Bibelgesellschaften, freilich zu ganz anderemZweck, herausgegebenen Schriften übrig, die wenn sie auch für denSprachforscher eine einheimische Literatur nicht ersetzen, doch, vorsich-tig benutzt, ein schätzbares und oft durch nichts Anderes zu ersetzendesMaterial darbieten. Es kann darum nicht genug beklagt werden, dassdie Missions- und Bibelgesellschaften meistens fast ängstlich ihre Publi-calionen für jeden profanen Zweck unzugänglich zu machen suchen, ohnezu bedenken, dass sie sich dadurch selbst für ihre Zwecke der Beihülfeberauben, die ihnen die Sprachforschung gewähren könnte.

Ich habe es daher als einen günstigen Zufall zu betrachten, dass mirgerade für eine Anzahl melanesischer Sprachen besonders durch dieGüte der Herren E.Norris in London und R. Rost in Canterbury, denenich dafür hiermit meinen Dank ausspreche eine Partie solcher Bibel-übersetzungen und Missionsschriften zugänglich geworden ist, die mir esmöglich machten, diesen Sprachstamm zum Gegenstand meiner For-schungen zu machen, und zehn Zweige desselben, theils ausführlicher,theils nur in Umrissen, jenachdem das Material dafür reichhaltiger oderspärlicher vorlag, in diesem Buche zu bearbeiten.

Ich bin dabei von dem Standpunkt ausgegangen, auf welchem unsereKenntniss jener Sprachen bisher steht, habe dann jede einzeln nach ihremWortvorrath und grammatischen Bau zu beleuchten versucht und endlichin einem Schlussabschnitt die Ergebnisse dieser Untersuchungen in Be-ziehung auf die Verwandtschaft der melanesischen Sprachen unter sichund mit den polynesischen Sprachen zusammengestellt. Alles dies konnte,als erster Versuch, nur fragmentarisch und vielfach mangelhaft geschehn,indess hoffe ich doch für diesen bisher noch so gut wie unbekanntenSprachstamm eine Grundlage gegeben zu haben, auf welcher weitergebaut werden kann.