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Genie und Irrsinn.
eine derartige Menge von Beweisen zu Gunsten unsererLieblingstheorie aufgehänft, daß die Wahl darunter mirnicht leicht wird. — Versuchen wir es indessen, und be-ginnen wir mit der höchst witzigen Zeitung des Irrenhausesvon Reggio, Nummer 1 und 2 von 1875, welche mitwenigen kräftigen Zügen, wie sie Livi zu Gebote standen,einen armen, unwissenden Arbeiter schildern, dem der Wahn-sinn Darwinsche Ideen einflöhte, wie meinem Schwamm-verkänfer (s. oben).
G. R ... aus Modena war im Jrrenhause zu Reggiobis 1850; es scheint, daß er schon seit sechzehn Jahrenkrank war, als er dort ankam. Die Nätur war ihm weniggünstig. Kriippelhaft, von gebückter Gestalt, mit stumpfem,vertrocknetem Gesichte, großen Ohren, langen Augenbrauen,einer langen und gebogenen Nase, die sich dehnte, alswollte sie das Kinn küssen; schleppend und zögernd im Gange,regte er beim ersten Anblick unwillkürlich zum Lachen an.Wenn man ihm jedoch naher trat, konnte man nicht um-hin, Interesse an ihm zu nehmen, weil er, abgesehen vonden Anfällen des Irrsinns, im Reden gemessen und witzigwar, wie nur einer sein konnte.
Wir wissen wenig von seinem früheren Leben. Er warunverheiratet, ans guter, aber herabgekommener Familieund eine gewisse Bildung schien ihm nicht zu fehlen. Ertrug sehr traurige erbliche Keime in sich. Die Mutter, imAlter von 84 Jahren vom Verfolgungswahnsinn erfaßt,fürchtete, daß man versuchen wolle, ihr Gewalt anzuthunoder sie zu vergiften. Sie fragte mich nach ihrem Sohn,wußte, daß er wahnsinnig, und beklagte sein Übel. Esscheint, daß in ihrer Familie der Wahnsinn erblich war,denn eine Tante von mütterlicher Seite war wahnsinniggestorben, und ein Oheim von väterlicher Seite hatte sichvergiftet.
Er erbte von der Mutter nicht bloß den Wahnsinn,sondern auch dieselbe Form des Wahnsinns. Es scheint,