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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
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Genie und Irrsinn.

und es machen, wie die Insekten, die in ihrem Unze voneiner Blume zur andern den Blumenstand mit sich führen,der sonst vieler Sturmwinde oder langer Zeit bedurft hätte,um befruchtend zu wirken.

Wenn wir die unerschütterliche, fanatische Überzeugungdes Wahnsinnigen mit der berechnenden Schlauheit desGenies vereinigen, so haben wir eine Macht vor uns, dieimstande ist, zu irgend einer Zeit die stumpfen Massenaufzuwicgeln, welche von einem Phänomen verblüfft sind,das auch den Denkern und den entfernten Zuschauernfremd und seltsam erscheint. Um dasselbe unwiderstehlichzu machen, kommt noch der Einfluß hinzu, den der Wahn-sinn an und für sich in barbarischen Zeiten bei den Völ-kern hatte.

Bei den Wilden und bei den halbbarbarischen Völkernhat der Wahnsinnige keine klinische, sondern eine historischeBedeutung; er wird gefürchtet und angebetet von der großenMenge, und schwingt oft das Scepter über sie. In Indienwerden manche Wahnsinnige geliebt und von den Braminenum Rat befragt; bei vielen Sekten findet inan nochSpuren davon. — Im alten Indien trugen die acht Artenvon „Dämonomanie" die Rainen der acht Hauptgöttcr In-diens; die Jakschia-Graha besitzen scharfen Verstand; dieDeva-Graha find kräftig und intelligent, und werden ge-liebt und von den Braminen zu Rate gezogen; die Gand-harva-Graha sind die Chorsänger der Götter. Um jedochzu erkennen, bis zu welchem Grade die Verehrung derWahnsinnigen gestiegen ist, und wie auch in dieser Be-ziehung sich im modernen Indien nichts geändert hat, ge-nügt es, anzuführen, daß es daselbst noch dreiundvierzigSekten giebt, die ihrem Gott einen ganz besondern Eiferbeweisen, entweder dadurch, daß sie Urin trinken, oder aufspitzen Steinen gehen, oder unbeweglich in der Sonne stehenbleiben, oder in der Phantasie das Bild Gottes leibhaftigsich vorstellen, und demselben, auch in der Phantasie, in-

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