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Denis und Irrsinn.
Übten und pflegten. — Adriani bemerkte, daß die geistes-kranken Musiker, welche er behandelte, fast vollständig ihremusikalische Begabung verloren; die Fähigkeit ein belie-biges Stück zu spielen, verlor sich allerdings nicht, dochfehlte dem Vortrag jede Bewegung, jedes Leben. Solche,die eine Beute des Wahnsinns geworden waren, begnügtensich mit der eintönigen Wiederholung derselben Stücke undsogar weniger Takte. — Vigna bemerkt, daß Donizettiim letzten Stadium seines Wahnsinns jeden Sinn undjedes Gefühl für die geliebten Weisen verloren hatte. Dieletzten Werke des großen Tondichters zeugen schon vondem großen Einflüsse des verhängnisvollen Übels, — dendie Kritiker auch schon in der Ouvertüre zur Braut vonMessina, die Schumann unter fortwährenden Anfällender Geistesstörung komponierte, bemerken wollen (Clement,*) jdie berühmten Musiker, 1868).
Doch dies widerspricht nicht unserer Behauptung, daßder Irrsinn musikalische Begabung Leuten verleihen könne,die im gesunden Zustande diese Begabung durchaus nichtbesaßen. Es würde höchstens beweisen, daß der Irrsinnhier wie bei dem Malertalent nichts über diejenigen ver-mag, welche schon von der Natur mit musikalischen An-lagen auSgestattet wurden und möglicherweise durch denMißbrauch dieser Anlagen sich zum Opfer des Irrsinnsmachten. In der Thal bemerkte schon Mason Cox, daßviele Künstler mit dem Verstände auch alle ihre Fertig-keit verloren, während andere sich durch die GeistcSstö- irung zu einer Hähern Vollkommenheit emporgehoben sahen !(Vigna).
Trotz alledem jedoch ist es Thatsache, daß man beob- 'achtete, wie die musikalische Befähigung fast unwillkürlichund unerwartet in vielen an Trübsinn und Manie undsogar in einigen an wirklichem Wahnsinn Leidenden sich s