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Genie und Irrsinn.
(Ich schreibe Ihnen in Versen, nehmen Sie daran keinen Anstoß.In Prosa kann ich meine Gedanken nicht auddriirken.)
So schrieb ein geisteskranker Verbrecher an Arboux —und beweist sehr wohl die Neigung, von welcher eben dieRede war.
Ein Trübsinniger des Irrenhauses zu Pesaro erklärtedie Entstehung von einigen seiner Dichtungen mit denWorten: „Die Dichtung ist ein freier Ausfluß der Seele,— sie ist der Schrei eines von tausend Schmerzen gequältenGeistes." (Diarium von Pesaro, 1879.)
Der pathologische Ursprung dieser litterarischen Pro-dukte erklärt auch die häufige Ungleichheit des Stiles.Legt sich die geistige Erregung deS Schreibenden, so sinkter von der höchsten Kraft und Schönheit zur äußerstenPlumpheit und Schwäche; neben Strophen, die eines Klas-sikers nicht unwürdig wären, findet der Leser andere, dieweiter nichts als Ausgeburten des Blödsinnes sind. DieserUrsprung erklärt auch die außerordentlichen Widersprüche,welche sich in den Schriften eines und desselben Verfassers fin-den (man denke an Farina und Lazzaretti), den kindischenSatzbau, die Aphorismen, die zusammenhanglosen Sätze,die häufige Wiederkehr derselben Worte oder gar ganzerSätze, welche mit unbarmherziger Eintönigkeit, gleich Bibel-oder Koranstellcn auftreten. Toselli würde noch beifügen,daß der Ursprung dieser Schriften auch den Gegenstandderselben erklärt, welcher meistens den Verhältnissen undKenntnissen des Verfassers völlig fremd und, was nicht zuübersehen ist, dessen Behandlung weder für den Verfasserselbst, noch für andere den geringsten Nutzen Hervorbringenkann.
Nach meiner Ansicht, welche mit derjenigen Tosellis undAdrianis übereinstimmt, sollten zu litterarischer Beschäftigungbesonders geneigt sein die an chronischen Übeln Leidenden,die Trinker, die geistig Gelähmten (solange sich dieselben imersten Stadium befinden); dieselben machen indes mehr Reime