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Genie und Irrsinn.
ist, um von dem Gedanken an die Gerechtigkeit fast anderselben verhindert zu werden? Und wie lastet so schwerauf ihm der Gedanke, als Gefangener mit Verbrechern zu-sammen leben zu müssen!
Von einem andern Gesichtspunkte aus betrachtet, ist zubemerken, daß er bekennt, alles zur Flucht in die Schweizvorbereitet zu haben und daß ihn nur seine übergroßeMüdigkeit und die Furcht, abermaligen Verfolgungen seinerFeinde ausgesctzt zu sein, an der Ausführung seinesFluchtplans gehindert habe. Wenn sein Gemüt sich so-gleich beruhigt und er die Flucht in die Schweiz mitGlück bewerkstelligt hätte, wie schwer würde es dann nichtgewesen sein, sich ein richtiges Urteil über seine wahre odererheuchelte Geistesstörung zu bilden?
Was die Geisteskrankheit anbetrifft, welche er thatsächlicherheuchelte, so hatte er diejenige gewählt, deren Symptomeer am leichtesten darstellen konnte. Die Grundzüge dieser Artvon Geistesstörung fand er in sich selbst. Ist es nicht gewiß,daß er auch uns Ärzten gegenüber in seiner Verstellung ver-harrt haben würde, wenn in ihm nicht die sonderbare Über-zeugung entstanden wäre, daß wir Ärzte gekommen seien,um ihn zu schützen und zu befreien? Ohne die unerwarteteHilfe dieses Gedankens, waren wir der Gefahr ausgesetztfür Wahnsinn zu halten, was nur Verstellung, oder fürVerstellung, was wirkliche Geistesstörung war. Es ist einneuer Beweis für die Unsicherheit des nur auf psychischeBeobachtungen sich stützenden Verfahrens der Sachverstän-digen und für die Nützlichkeit der neuen Psychiatrie unddes experimentalen Verfahrens.*)
Und wer kann, nachdem er die schöne Autobiographiedes Farina gelesen, noch zweifeln, daß der Wahnsinn ge-
*) Klinische Beiträge zur Psychiatrie von Prof. Lombroso. Leipzig,Wigand.
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