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Genie und Irrsinn.
Da sehen wir also den Verstand eines ganz gewöhn-lichen Menschen, welcher unter dem Einflüsse des Wahn-sinns zu Schlüssen gelangt, welche nur einem Teile unserergrößten Denker zugänglich waren.
Als ich einst einem gewissen G. B., dem Neffen einesberühmten Schriftstellers, welcher an Geistesstörung litt,ein mit Kamillenkraut zubereitetes und bei alten Frauenund Hausmüttern sehr beliebtes Mittel verschrieb, brachmein Patient mit einemmale in die Worte auS:
I>oiciiö äi waseliio keinmina. äivsnns."
(Sieh' da! Tiresias verändert sein Wesen und wird vom Mannezum Weibe.)
Ein anderes Mal trug ich Bedenken, ihn: zu gestatten,ein nicht allzufrommes Pferd zu besteigen.
„Fürchten Sie nichts, Doktor," sagte er, „similiasimiUbuv."
Ein gewisser M. G., Kaufmann, litt an Trübsinn.Einst grüßte ihn einer seiner Leidensgefährten mit demGrafentitel.
„Ach was!" antwortete der Kaufmann. „Contos undRechnungen habe ich in großer Anzahl aufgestellt, aber eswaren Geldcontos und keine Grafen. Und ich vor allembin kein Graf."*)
*) Zum Verständnis des Wortspiels, welches in dieser Entgeg-nung des Irrsinnigen liegt, ist die nähere Erklärung des italienischenTextes nötig.
Im Original lautet die Antwort des Geisteskranken folgender-maßen:
„6iw conts! äsi conti no Iw latto nwiti, ina orano conti äigunttrini; eontc non sono pnnto!"
6onts — Graf, war der Titel, welcher dem Geisteskranken vonseinem Gefährten gegeben wurde.
6onto lautet in der Mehrzahl conti.
Lonto — Conto, Rechnung, Mehrzahl ebenfalls conti.
Wenn man nun in der Antwort des Geisteskranken statt der be-