so
Genie und Irrsinn.
sinnig sein ganzes Leben hindurch. Er sagt selbst von sich:„Von frühester Kindheit an war ich ein Stotterer, inn-potent, mit schwachem Gedächtnis begabt, ohne Wissen nochWeisheit, und von frühester Kindheit schon war ich densonderbarsten Hallucinationen und hypnophantischen Ein-bildungen unterworfen." In der That bald ist es ein Hahn,der zu ihm redet, bald wälzt sich der mit Menschenknochengefüllte Tartarus vor ihm auf; und was auch immer fürBilder durch sein Gemüt zogen, er glaubte sie wirklich vorsich zu sehen. Bon seinem neunzehnten bis zu seinem sechs-nndzwanzigsten Jahre stand ihm ratend und die Zukunftseinem Blicke enthüllend der Geist zur Seite, welcher auchschon seinen Vater beschützt hatte. Selbst nachdem er feinsechsundzwanzigstes Lebensjahr schon zurückgelegt hatte ver-ließ ihn jener übernatürliche Beistand nicht; einstmals so-gar vergaß derselbe die Gesetze der Schwerkraft so sehr,daß er auf den Tisch stieg, um diesen bei einem mangel-haften Rezept auf seine Fehler aufmerksam zu machen.(Siche Do vita proxria, eap. 45.)
Cardanus war auch sehr hypochondrisch und glaubte vonall' den Übeln verfolgt zu sein, von denen er las und dieseinem beobachtenden Auge sich zeigten; so glaubte er anHerzklopfen, Sitophobie, Unterleibskatarrh, Podagra, Blen-norrhoe, Übel, die aber von selbst wieder verschwinden oderder Wirkung eines Gebetes an die Jungfrau Weichen. Bald i
bildet er sich ein, alles Fleisch rieche nach Schwefel oder !
ausgelöschten Wachskerzen, bald glaubt er Flammen und ^
Geisterbilder unter heftigem Erdbeben aus dem Bodenheraufsteigen zu sehen, während seine Hausgenossen von all'diesen erschütternden Vorkommnissen nichts wahrnehmen.
Er glaubt sich von allen Negierungen mit Spionenumgeben und verfolgt. Er sieht um sich eine dichte Mengevon Feinden, deren Namen er jedoch nicht kennt und dieer sich nicht erinnert, jemals gesehen zu haben. Nur siesind cs, so sagt er, welche, um ihm Schande und Schinerz