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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
Entstehung
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Keine und Irrsinn.

Tische, die alles wissen und alles verraten. Er hörte ein-zelne Töne, die ihn verfolgten, sich zu Accorden entwickeltenund schließlich zu ganzen Kompositionen wurden. Beet-hoven und Mendelssohn diktieren ihm aus dem GrabeNoten. Im Jahre 1854 stürzt er sich in den Fluß. Manzieht ihn aus dem Wasser, doch stirbt er zu Bonn unddie Secierung seines Körpers und die Bettachtung seinesSchädels ergeben Krankheiten des Knochensystems, Aus-zehrung und Gehirnübel.*)

Der große August Comte, der Vater der positivistischenPhilosophie, wurde zehn Jahre hindurch von Esquirol be-handelt. Als er wieder hergestellt war, bestand seine ersteHandlung in der Verstoßung seiner Gemahlin, welche ihngewissermaßen gerettet hatte. Später hielt er sich für denApostel und den Priester einer neuen materialistischen Re-ligion, — obgleich er der erbitterte Feind und unermüd-liche Bekämpfer jedes Priestertums war! In seinen Werkenfinden sich nicht selten neben den erhabensten Gedanken,wahrhaft wahnsinnige Ideen, zu denen unter anderen dieProphezeiung gehört, daß sich einst das Weib auch ohneMitwirkung des Mannes befruchten werde!**)

Mantegazza hat behauptet, daß die Mathematiker diesenGeistesstörungen nicht unterworfen seien; daß dies eine irr-tümliche Behauptung ist, beweisen — abgesehen von demBenehmen Newtons, mit welchem wir uns eingehenderbeschäftigen werden — die berühmte Zerstreutheit desArchimedes, die Hallucination, welcher sich Pascal hingab,und die sonderbaren Eigenschaften des reinen Mathema-tikers Codazzi (nicht zu verwechseln mit dem würdigenCodazza), welcher unter anderm dem Genüsse des Brannt-weins ergeben und so geizig war, daß er darüber sogardie Reinlichkeit vergaß. Er war unempfindlich für jede

*) Schumann, Biographie. V. Wasielewski, Dresden 1858.

Inttrö. L. Ooints ot Iv. xosii. 1863.