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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
Entstehung
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Genie und Irrsinn.

Der Dichter Lee hatte dreizehn Tragödien verfaßt.Eines Tages sagte ihm ein Berufsgenosse, der ihm nichtwohl wollte, es sei leicht zu schreiben wie die Narren.„Wie die Dummen ja, wie die Narren nicht," ant-wortete Lee.

Thomas Loyd, der die schönsten Verse dichtete, war einGemisch von Bosheit, Ehrgeiz, Genie und Wahnsinn (sieheLLstclls ob Lsälam, 1823, London). Waren die Verse,welche aus seiner Feder flössen, nicht nach seinem Ge-schmacks, so knitterte er sie in ein Glas „um sie zureinigen." Er hatte auch die sonderbare Gewohnheit alles,was er in die Tasche steckte oder auch nur berührte, gleich-viel ob es Kohle, Papier oder Tabak war, unter seineSpeisen zu mischen. Von der Kohle sagte er, daß die-selbe ihn reinige, vom Stein, daß er ihn mineralisiere!

Hobbes, der Materialist, konnte nicht in der Dunkel-heit verweilen, ohne daß er glaubte die Bilder der Ver-storbenen an sich voriiberziehen zu sehen. (Siehe Verga,Lazzaretti, 1880, Mailand.)

Der Dichter Hölderlin war fast sein ganzes Leben hin-durch wahnsinnig; ebenso Wetzl, welcher seine Werke aufdie sonderbarste Weise betitelte, und Leßmann, der dasTagebuch eines Trübsinnigen schrieb und sich in einemAnfalle von Melancholie das Leben nahm.

In gleicher Weise wie Lehmann endeten der Verfasserdes Masaniello, Fischer und Raimund, von Burg undWelthum, Göhrung und Kuh (der Freund Mendelssohns).Ebenso kam ums Leben der Dichter Kleist, der nicht nursich selbst, sondern auch noch seine Geliebte tötete; Mailath,der sich und seine Schwester dem Tode des Ertrinkensüberlieferte, jene Schwester, der er nicht lange vorher seinBuch über den Selbstmord gewidmet hatte.

Unter den geistreichen Frauen finden wir die Günderode,Stieglitz, Brachmanu, Laudon, die wahnsinnig endeten.(Siehe Schilling, Pshchiatr. Briefe, 1863, S. 488.)