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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
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Genie und Irrsinn.

und darauf erklärte, er habe die That aus Liebe zu seinerFrau begangen, die er der ewigen Qual ihrer Schmerzenhabe entreißen wollen. Der Mörder betonte, daß er nichtglaube, eine strafwürdige Handlung begangen zu haben.Dieselbe That hatte derselbe Mann an seiner Mutter be-gehen wollen, als diese krank darniederlag. Die herbei-gezogenen Sachverständigen waren lange im Zweifel darüber,ob es sich hier um Wahnsinn handle oder nicht; endlichwurde bekannt, daß der Vater und der Großvater diesesMörders Trinker gewesen waren. (Siehe Centralblatt fürPsychiatrie, 1880.)

Und hiermit ist noch nicht alles erschöpft, was in Bezugauf die erblichen Folgen der Trunkenheit gesagt werdenkann. Flemming und Demaux haben nachgewiesen, daßnicht die gewöhnlichen und eigentlichen Trinker allein ihrenNachkommen die Anlagen zum Laster, zum Verbrechen oderzum Irrsinn einpflanzen, sondern daß sogar Kinder, welchevon sonst mäßigen Eltern in einem Momente vorüber-gehender Trunkenheit erzeugt wurden, in sich den Keim derFallsucht, der Lahmheit, des Wahnsinns, des Blödsinnstragen; in sehr häufigen Fällen mit äußerst kleinem Kopfezur Welt kommen und an einer großen bei dem geringstenAnlässe in Irrsinn umschlagenden Geistesschwäche leiden.In dieser Weise kann die Umarmung eines Trunkenenganzen Generationen verhängnisvoll werden.

Offenbar ist hiermit die schwache Erblichkeit des Geniesdurchaus nicht zu vergleichen. Aber damit auch hier derverhängnisvolle Berührungspunkt zwischen dem genialenund dem kranken Geisteszustände nicht fehle, tritt uns eineandere zwar sonderbare aber nichts destoweniger feststehendeThatsache entgegen. Viele Wahnsinnige stehen in ver-wandtschaftlichen Beziehungen zu genialen Menschen, undumgekehrt hatten viele hochbegabte Männer Verwandte undKinder, die an Fallsucht, Blödsinn, Irrsinn litten. ZumTeil kann der Leser dies schon aus dem Stammbaum der

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