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Genie und Irrsinn.
dem Gewicht der Luft. Während der Dauer der großenSolstitial- und Äquinoktialwinde fiel ich fast dem Blöd-sinne zur Beute. Am Abend ist meine Geisteskraft be-deutend geringer, als am Morgen. Am besten aufgelegt,um den Plan zu neuen Werken zu entwerfen, bin ich imHochsommer oder im Herzen des Winters. In den Jahres-zeiten, welche den Übergang zwischen Sommer und Wintervermitteln, ist meine Produktionsfähigkeit geringer. DieÜberzeugung, daß dem so ist, machte mich sich sehr demütigund ließ mich glauben, daß ich es nicht vermöge, mich gegenjene Ordnung aufzulehnen."
Wir sehen somit, daß der Barometer auf die geisteS-starken Menschen einen ähnlichen Einfluß, wie auf die-'Geisteskranken übt. Viel engere Beziehungen zwischen Genieund Irrsinn aber werden wir entdecken, wenn wir denEinfluß, welchen der Thermometer auf den ersten der beidenGeisteszustände übt, betrachten.
Napoleon, welcher den Menschen ein Ergebnis der Physi-schen und moralischen Atmosphäre nannte, Napoleon, welcherbeim geringsten Windzuge die heftigsten Schmerzen erduldenmußte, liebte so sehr die Wärme, daß er sogar im MonatJuli in den von ihm bewohnten Räumen Feuer anzündenließ. Auch Voltaire und Büffon ließen ihr Zimmer injeder Jahreszeit Heizen. Rousseau sagte, daß die größteSonnenhitze ihn recht aufgelegt zum Denken machte, under setzte sich ihren Strahlen in der Mittagsstunde, mit ent-blößtem Haupte aus.
„Eine Gazelle kann die Kälte nicht mehr fürchten, alsich es thuc," schrieb Byron.
Heine behauptete, im deutschen Kliina nicht so gutdichten zu können, als unter dem Himmel Frankreichs.„Regnet es, schneit es und habe ich kein gutes Feuer imKamin," schreibt er, „so fällt mein Brief allemal kalt aus."
Spallanzani vermochte ans den jonischen Inseln täg-lich den Studien eine dreimal größere Zeit zu widmen