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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
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Genie und Irrsinn.

Wir alle wissen noch, wie Beethovens Fidelio, RossinisBarbier ausgezischt wurden, und auch in unseren Tagenhaben sich solche Vorkommnisse bei Gelegenheit der OpernWagners und Boitos zugetragen. Wie viele verbisseneAkademiker haben nicht den armen Marzolo mitleidig be-lächelt, als derselbe mit einer neuen philologischen Weltans Licht trat. Der große Mathematiker Bolyai, derSchöpfer der antieuklidischen Geometrie, wurde der Narren-mathematiker genannt und mit einein Müller verglichen,der Mehl aus Sandkörnern mahlen wolle. Wir wissenalle, welche Behandlung Fulton, Columbus, Popin, und inunsern Tagen Piatti und Präge zu teil wurde. Undwie haben die Gelehrten nicht über jenen Schliemann ge-lacht, der die Trümmer Trojas an einem Orte ausgrub,wo niemals jemand dieselben vermutet hatte.

Und in dieser Verfolgung des Genius erweist sich nie-mand thätiger und eifriger, als die Mitglieder der Aka-demien und der anderen wissenschaftlichen Anstalten, die allegegen das Genie die Waffe und den Schild des Talents, denSporn der Eitelkeit, voraus haben und im Kampfe noch wirk-sam unterstützt werden von dem wohlbefestigten Ansehen,das sie durchweg bei dem gewöhnlichen Volk und bei derRegierung, die meistens auch aus gewöhnlichen Menschenbesteht, genießen. Es giebt sogar Länder, in denen der geistigeStandpunkt des Volkes niedriger ist — vielleicht infolge desallzufeuchten Klimas oder der Miasmen, welche den Süm-pfen entsteigen — in denen nicht nur das Genie, sondernsogar das Talent zur Verzweiflung getrieben wird; und esist allgemein bekannt, wie in zwei Universitätsstädten Ita-liens zwei Männer, die vielleicht die einzige Zierde derselbenwaren, verhaßt und zur Auswanderung gezwungen wurden.

Die Originalität tritt nicht selten, wenn auch ohnebestimmten Zweck, in den Handlungen der Geisteskrankenans. Und wir werden bald sehen, daß sich dieselbe ganzbesonders bei Irrsinnigen äußert, die eine wissenschaftliche

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