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Magen, so beantwortete ich diese Frage, die ich mit gutem Grund nurfür eine Art von heimlicher Fußangel halten mußte, mit besonderen Fleißund mit aller hier nöthigen Freimüthigleit und Rücksichtslosigkeit. AberGott wandte es anders, als ich dachte. Der Geh. Ober-RegierungsrathSchmedding in Berlin, selbst ein Katholik, von dessen Existenz ich damalsnichts wußte, wurde durch diese Abhandlung aufmerksam auf mich, unddurch seine Vermittelung wurde ich einige Zeit darauf zur Bearbeitungder katholischen geistlichen Angelegenheiten in Preußen als Regierungs-rath nach Königsberg berufen, wo ich mich noch gegenwärtig befinde.
„E. H. kennen indeß die preußische Wirthschaft so gut als ich. Ichhabe ehrlich gekämpft, so gut ich's vermag, aber ich bewege mich hierin Fesseln, ohne Hoffnung lohnenden Erfolgs, und sehe mit Gewißheitvoraus, mich in diesem Verhältniß nicht lange mehr halten zu können.Auch die Dichtkunst kömmt mir läppisch vor in Zeiten, wo der Herrwieder einmal unmittelbar die Sprache der Poesie zu den Völkern redet.Denn so erscheint mir jetzt die tiefe Bewegung, der junge König und dasganze großartige Walten in Baiern, und ich würde keinen Augenblickanstehen, wie im Jahre 1813, ohne weiteres mich den Fechtern, als derenFührer ich E. H. hochverehre, wieder anzureihen, wenn ich jetzt nichtWeib und Kind hätte, die auch ihre Rechte haben und größere Besonnen-heit zur heiligen Pflicht machen. Ich wage zunächst die inständigste undergebenste Bitte an E. H., mir gütigst Ihre Meinung darüber mittheilenzu wollen, ob Aussicht für mich vorhanden wäre, möglichst mit gleichemRange und Gehalt wie hier (ich habe hier 1600 Thaler) in Baiern an-gestellt zu werden und wie ich's zunächst anzugreifen und au wen ichmich zu wenden hätte, um dies heiß ersehnte Ziel zu erlangen? Solltemir auch meine jetzige Wirksamkeit in Angelegenheiten der Kirche nichtangewiesen werden können, wozu dort vielleicht ein Geistlicher erforderlichist, so bin ich doch durch meine zwölfjährige Dienstzeit bei der Regierungmit allen andern Zweigen der Verwaltung vollkommen bekannt, und ichwürde mich glücklich schätzen, nur überhaupt in der dasigen belebendenAtmosphäre wieder frei zu athmen. .. . Mit Einem Wort, mich verlangtendlich nach einer auf das Höchste im Leben gerichteten Thätigkeit, undich biete einen reinen treuen Willen und meine besten Kräfte, die ich hierin kleinem Krieg nutzlos aufreibe"*).
Wir wissen nicht, welche Antwort Görres seinem Freunde gegeben;daß es keine günstige gewesen, geht aus der Thatsache hervor, daßEichendorff in preußischen Diensten verbleiben mußte. Ganz so rosig,wie die Biographie seine Stellung in Königsberg schildert, muß sie also
0 Görrcs, Ges. Briefe, III 341—344.