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net sind, die weite Verbreitung und die Stärke der zeitgemäßenLebenstendenzen noch mehr hervortreten zu lassen, geradeweil sie in mancher Beziehung von der Modephilosophie ab-weichen.
So gehört Georg Simmel in diesen Zusammenhang.Für die Geistesbewegungen, die ihn umgaben, besaß er ein unge-wöhnlich feines Verständnis. Wir konnten uns auf ihn schon beider allgemeinen Darstellung der Lebensphilosophie berufen,insofern auch er versucht hat, die Grundrichtung unserer Zeitmit dem Lebensbegriff in Zusammenhang zu bringen. Zugleichist er, wenigstens mit einem Teil seiner Arbeit, selbst zu denLebensphilosophen zu zählen. Er redet viel vom Leben undfast stets mit Emphase als dem Gegenstand seiner Liebe. Erhat nicht nur deutlich erkannt, daß um die Wende des zwanzigstenJahrhunderts weitere Schichten des geistigen Europa ihre Handnach einem neuen Grundmotiv für den Aufbau einer Weltan-schauung ausstrecken, und daß dabei der Begriff des Lebenszur zentralen Stelle aufstrebt, während andere Zeitalter Begriffewie den des Seins, der Gottheit, der Natur oder der Persönlichkeitin den Mittelpunkt rückten, sondern er hat auch, zumal in seinemletzten Werk, das Leben ausdrücklich zum Zentrum seines eigenenDenkens gemacht, in einer Weise freilich, die genau genommenschon eine Ueberwindung der reinen Lebensphilosophie bedeutet.Denn einmal versteht Simmel unter dem Wort Leben zwei grund-verschiedene Begriffe, wodurch die für die andere Lebensphilo-sophie so wichtige Lebenseinheit aufgehoben wird und die Lebens-immanenz nicht einmal dem Namen nach gewahrt bleibt, undvollends bedeutet das, was Simmel die „Wendung zur Idee“ nennt,ein Hinausgehen über alles Leben.
Auch abgesehen davon darf man diesen reichen Geist, dermit Bewußtsein Antisystematiker war, nicht auf ein Schlagwortfestlegen wollen. Trotzdem bleibt er ein Lebensphilosoph imweiteren Sinne und zeigt sich dabei sowohl von Nietzsche alsauch von Bergson, also den eigentlichen Lebensphilosophen,beeinflußt, ohne irgendwie seine Selbständigkeit zu verlieren.Insofern ist er für die Philosophie unserer Zeit charakteristisch.
Zugleich bildet er sachlich eine Ueberleitung zu Gedanken,die noch weniger zur Lebensphilosophie im engeren Sinn zu