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speares Menschen“, und Shakespeares Stücke „drehen sich alleum den geheimen Punkt, in dem das Eigentümliche unseresIch . . . mit dem notwendigen Gang des Ganzen zusammen-stößt“. „Individuum est ineffabile“ wird ein Wort, das Goethegern zitiert. Die französischen Trauerspiele waren ihm „Paro-dien von sich selbst“. „Wie das so regelmäßig zugeht, und daßsie einander ähnlich sind wie die Schuhe.“ Auch er wolltealso wie Bergson von Konfektionskleidern nichts wissen.
In solchen und verwandten Begriffen, wie sie des jungenGoethes Denken seit Straßburg beherrschen, haben wir das all-gemeine Prinzip von Sturm und Drang, das sich von GoethesPersönlichkeit und seinem dichterischen Genie ablösen läßt J ).
Die kurzen Andeutungen müssen genügen, um klar zumachen, was hier wichtig ist. Nicht nur in den Zeiten vonSturm und Drang, sondern auch früher schon und später wiederhat man das Elementare und Unmittelbare gegen einseitig ver-standesmäßige Weltanschauungen ausgespielt, und, um auf unsereZeit zurückzukommen: was man in Sturm und Drang „Natur“nannte, und was auch jetzt noch oft so heißt, nennt man heutemit Vorliebe „das Leben“. Der Ausdruck wurde gelegentlichübrigens schon früher in demselben Sinn gebraucht, z. B. vomjungen Hegel, den man nicht ohne Grund mit der Lebensphilo-sophie in Verbindung bringt.
Jedenfalls wird sich von hier aus die positive Bedeutung dermodernen Geistesströmungen am besten verstehen lassen, undunter diesem Gesichtspunkt kann man den Einfluß, den sie ge-
1) Wer weitere Einzelheiten wünscht, ist auf das Werk: Der.junge Goethe. Neue Ausgabe in sechs Bänden, besorgt von MaxMorris, 1909—12, zu verweisen. Es gibt vielleicht kein „moderne-res“ Buch. Von Goethes Dichtungen habe ich im Text abgesehen.Auch sie, besonders der Urfaust, sind selbstverständlich voll vonSturm und Drangzeichen. Man wird in ihnen Prägungen für fastalles finden, was damals und heute Weltanschauung weiter Kreisewar und ist. Doch enthalten sie zugleich so unendlich viel mehrals theoretisch formulierbare Weltanschauung, daß das allge-meine Prinzip hier schwerer in seiner Abstraktheit erkennbarist, und deshalb empfiehlt es sich, zuerst an Kundgebungen Goetheszu denken, in denen er selber sich theoretisch äußert. Es kommthier nicht auf Anschauung, sondern auf Gedanken über An-schauung an.