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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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„Nach ewigen, ehrncn,

Großen GesetzenMüssen wir AlleUnseres DaseinsKreise vollenden.“

Dann aber geht es im Gegensatz dazu weiter:

„Nur allein der MenschVermag das Unmögliche.

Er unterscheidet,

Wählet und richtet,

Er kann dem AugenblickDauer verleihen.“

Goethe sieht, wie meist das Eine und das Andere. AlsPhilosophen müssen wir das „Unmögliche“ versuchen, und wirdürfen es, denn der Glaube daran, daß wir es vermögen, gehörtzu den unentbehrlichen Voraussetzungen jeder Wissenschaft.Halten wir uns für unfähig, dem Augenblick Dauer zu verleihenoder die schwankende Erscheinung mit Gedanken zu befestigen,dann sollten wir das Philosophieren überhaupt lassen. Diebloße Intuition ohne festen Begriff führt zum theoretischenNichts. Wo gar die unmittelbare Anschauung gegen Descartesund Kant als „Philosophie“ ausgespielt wird, gilt es, zunächstzu diesen Denkern zurückzukehren, um dann mit ihnen wiedervorwärts zu kommen, über die Mode hinaus zur Philosophieals einem Denken der Welt in Begriffen.

Zusammenfassend ist von allen Richtungen der Lebens-philosophie, deren Stärke in einer Besinnung auf das Erlebtein seiner Anschaulichkeit und Unmittelbarkeit liegt, zu sagen:man kann gewiß verarmen, falls man nicht genug Gewicht aufdie lebendige Fülle des ursprünglich Gegebenen legt. Aber manwird noch gewisser in der unübersehbaren Mannigfaltigkeitdes Lebens geistig ersticken, wenn man sie nicht begrifflich zubeherrschen vermag. Nur mit einem Kompaß oder angesichtseines Leuchtturms, der die Wege weist, hat es einen Sinn, sichauf das hohe Meer des Lebens in seinem überwältigenden Reich-tum hinauszuwagen, um darüber zu philosophieren. Ohne Bild:der ganzen Fülle aller Erlebnisse oder Erlebnisinhalte, die sichintuitiv erfassen lassen, wird niemand Herr, und danach be-steht in der Wissenschaft auch kein Bedürfnis. Die Philosophiebraucht Prinzipien, die gliedern und gestalten. Nach ihnen