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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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persönliches Leben und dann eventuell für das Leben überhaupt.

So gewinnen wir im Erlebnis in der Tat einen noch engerenund bestimmteren Begriff. Das zumErlebnis gewordene Er-lebte ist nun das Wesentliche, Wichtige, oder um es klarer zusagen, das mit einem Wert Verknüpfte. Im Gegensatz zuihm steht das Gleichgültige, Bedeutungslose, Wertfreie, Fremdeund insofern Tote, das zu keinem Erlebnis für uns werden kann,weil es uns nichts a n g e h t. Das Erlebnis bedeutet dann alsonicht nur das, was ist, sondern zugleich das, was sein soll, weiles Wert hat. Wir wünschen unsErlebnisse, um damitunser Leben zu bereichern und lebenswert zu machen. Erleb-nisse im weitesten Sinn zu wünschen, wäre unmöglich, denn diehaben wir immer.

Können wir diesen dritten Begriff des Erlebnisses aber auchfür eine Philosophie des Lebens verwenden?

Man wird vielleicht meinen, daß gerade das allerdings dieAufgabe der Lebensphilosophie sei: sie habe die für uns wesent-lichen oder bedeutungsvollen Erlebnisse darzustellenund sie aus der unübersehbaren Fülle unserer gleichgültigenErlebnisinhalte herauszuheben. Vielleicht ist das auch richtig.Aber ebenso steht andererseits fest: ein wissenschaftliches Prin-zip der Auswahl ist damit allein noch nicht gefunden, daßwir ein Erlebnis mit EmphaseErlebnis nennen und es damitzu denwesentlichen Erlebnissen rechnen. Was wir mit diesenWorten sagen wollen, scheint zwar klar, ja selbstverständlich,so lange wir das für unser individuelles, persönliches EigenlebenWesentliche meinen. Dann unterscheiden wir in vielen Fällenmit Sicherheit alles, was unser Leben ist, von dem, was ihmfremd bleibt:

Was euch nicht angehört,

Müsset ihr meiden,

Was euch das Innre stört,

Dürft ihr nicht leiden.

Mit instinktivem Gefühl vollziehen wir die Trennung.

Wollten wir uns aber darauf auch beim Philosophieren be-schränken, so würde gerade das fehlen, was zum Aufbau einerPhilosophie des Lebens unentbehrlich ist. Sie will doch inallgemeiner, überindividueller, notwendiger und mitteilbarerWeiseeine Scheidung Unter den Erlebnissen vollziehen. Was verdient