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auszukommen glaubt. Insofern liegt der Schwerpunkt auf derVerneinung.
Dabei können wir die Zeitphilosophie jedoch nicht als die Ein-heit nehmen, als welche wir sie absichtlich zuerst dargestellt haben.Wir müssen verschiedene Elemente in ihr sondern und bloßeLebensstimmungen oder Lebensgefühle oder Lebensinstinkteganz auszuschalten suchen. Ihnen gegenüber hätte wissenschaft-liche Kritik überhaupt keinen Sinn. Wir halten uns an das,Was einen theoretischen Ausdruck gefunden hat, haben es alsonur mit einem Lebens begriff zu tun.
Auch dieser aber erweist sich in der modernen Philosophienicht als einheitlich, d. h. es sind in ihr verschiedene Lebens-begriffe vermischt. Sie müssen wir trennen. Nur die in sichklaren und eindeutigen Tendenzen lassen sich wissenschaftlichbekämpfen. So werden wir das Bündel von Stäben, vor demwir bisher als vor einer Einheit gestanden haben, zerlegen undjeden Stab einzeln zu zerbrechen suchen. Was trotzdem inden Bestrebungen der Zeit Wertvolles steckt, und was wir da-her zu bewahren haben, wird danach um so besser zutagetreten.
Zunächst ist klar zu machen, daß der moderne Lebensbe-griff zu unbestimmt ist, um ohne genauere Determinationdas Fundament einer wissenschaftlichen Philosophie zu bilden.Lebensstimmungen lassen sich auch mit vieldeutigen Schlag-wörtern zum Ausdruck bringen, ja gerade auf der trüben Ein-heit der Lebensgefühle, die sie auslösen, beruht ein großer Teilihres Reizes und ihres außerwissenschaftlichen Wertes. Für dieWissenschaft ist vor allem die Auseinanderhaltung von zweiprinzipiell verschiedenen Begriffen des Lebens wichtig, von denender eine eine sehr umfassende Bedeutung hat, der andere dagegensich auf einen engeren Kreis von Lebenserscheinungen be-schränkt.
Die allgemeinste Lebenstendenz geht auf das Unmittelbare,Anschauliche, Intuitive überhaupt im Gegensatz zu jedem„tötenden“ Begriff. Ihr Lebensbegriff kann daher geradezuals der Begriff des Begrifflosen bestimmt werden. Der andereBegriff dagegen paßt nur auf besondere Lebensvorgänge. Ermeint das, was man gewöhnlich Leben im Gegensatz zum Toten
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