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sophischem „Impressionismus“ gesprochen. Spenglers Morpho-logie der Weltgeschichte — sie ist die erste nicht, wie ihr Ver-fasser zu glauben scheint, und sie wird die letzte nicht sein —nennt unsere Zeit imperialistisch, verwandt dem Rom der Cäsaren,und meint, ihre Philosophie müsse daher dem hellenistischenSkeptizismus entsprechen. So ließen sich wohl noch mancheSchlagwörter finden. Doch sehen wir von ihrer Kritik hier ab.
Wir versuchen, eine andere Kennzeichnung der philosophi-schen Modeströmungen. Für den Begriff, der heut in besondershohem Maße die Durchschnittsmeinungen beherrscht, scheintuns die beste Bezeichnung der Ausdruck Leben zu sein * 1 2 ).Er wird seit einiger Zeit immer häufiger gebraucht und spieltnicht nur bei Tagesschriftstellern, sondern auch bei wissenschaft-lichen Philosophen eine große Rolle. „Erlebnis“ und „lebendig“sind beliebte Worte, und keine Meinung gilt für so modern wiedie, daß es Aufgabe der Philosophie sei, eine Lehre vom Lebenzu geben, die aus den Erlebnissen heraus sich wahrhaft lebens-voll gestaltend für den lebendigen Menschen brauchbar ist. Vonder Philosophie des Lebens in unserer Zeit wollen wiralso handeln, um sie zuerst in ihren Hauptzügen darzustellen unddann kritisch zu ihr Stellung zu nehmen. Sie scheint die Ansatz-punkte zu bieten, von denen aus man vielleicht weiter kommt.
pressionismus als Fundament des Denkens rechtfertigen, habe ichmich schon an anderer Stelle gewehrt. Der Gegenstand der Er-kenntnis. 3. Aufl. S. 202. Das vorliegende kleine Buch wird wohlüber den antiimpressionistischen Charakter meines Philosophie-rens vollends keinen Zweifel lassen.
1) Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morpho-logie der Weltgeschichte. Erster Band: Gestalt und Wirklich-keit. 1918.
2) Vgl. meine Abhandlung: Lebenswerte und Kulturwerte,1911 (Logos, Bd. II S. 131 ff.). Ich habe ihren Inhalt zum großenTeil wörtlich in dies Buch aufgenommen. In ähnlicher Weise wiehier finde ich die Philosophie unserer Zeit gekennzeichnet beiMax Scheler, Versuche einer Philosophie des Lebens (Ab-häridluhgen und-Aufsätze, 1915, Bd. II, S.171 ff.) und bei GeorgSimmel, Der Konflikt der modernen Kultur, 1918. BeideSchriften konnte ich zur Ergänzung benutzen. Die kritische Stel-lung zur Lebensphilosophie weicht freilich bei beiden Autorenwesentlich von der meinigen ab, und das muß schon in ihrer Dar-stellung zum Ausdruck kommen. Farblose „Objektivität“ ver-suche ich nicht.