Sternkunde bcy den Akademikern. Z09
nen; denn ob die Geschichtschreiber zuweisen gleichselbst nicht verstanden, was sie von diesen Astronomensagten: so war doch dieser Fehler nicht allgemein. Ueber-all trug man dergleichen Wahrheiten nur unter zwey-deutigen Bildern vor. Die Handschriften vermoder-ten. Die Sekten waren neidisch auf den Ruhm ihrerGegner. Daher arbeiteten sie nicht gemeinschaftlich,sondern suchten bloß einander spihfündig zu widerlegen.Unterdessen muß man dost) auch zugeben, daß sich eini-ge unter ihnen, auch in Rücksicht auf die Sternkundedurch ein glückliches Genie auszeichneten. Die Ideevon den Antipoden des Pythagoras, der Gedanke vonmehr als einer Welt und von den Bewohnern des Monds,die Kenntnis; von der Bewegung der Erde und der rich.tige Begriff von den periodischen Bewegungen der Ko-meten sind hiervon giltige Zeugen. Aber diese Kennt-nisse hatten die Griechen doch größtentheils aus Asien er-halten. Einige derselben fanden sie in dem Gedichtedes Orpheus, in welchem er die Wunder der Naturnach den orientalischen Traditionen besungen hatte. Siehatten freylich keine Werkzeuge, durch die sie sich vondergleichen Meynungen einigermaßen überzeugen konn-ten. Und wenn man bedenkt, wie sonderbar die Ideevon der Bewegung des Erdballs den ganz Unwissendenvorgekommen seyn muß: so begreift man leichte, daßder, welcher so was einfah, damals immer ein großesGenie genannt werden konnte. Aber die Griechen er-kannten doch den hohen Werth der Sternkunde nicht eher,als bis die hohe Schule zu Alexandrien gestiftet war.Wie groß müßte nicht das Volk der Griechen und Chal-däer geworden seyn, wenn diese ihren Fleiß und ihre Ar-beiten mit dem Genie der Griechen gepaaret hätten?
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