Sternkunde bey den Akademikern. 307
Es scheint auch, als ob Pythias selbst astronomi-sche Beobachtungen angestellt habe. Denn er merkt an,daß zu seiner Zeit kein Stern ganz nahe bey dem Nord-pole gesehen ward: und dieß ist eine ausgemachte
Wahrheit. Aber was die Beobachtung anbetrifft, wel-ch» , seit der neuern Entdeckung von der Verminderungdes Neigungswinkels der Ekliptik, vorzüglich berühmtgemacht hat: so war es seine Bestimmung der damall',gen Sonnenhöhe an dem Tage ihrer Wendung im Som-mer. Nämlich: er bediente sich hierzu eines sehr hohenGnomons, und bestimmte die Verhältnisse der Länge desSchattens zu der Höhe des Gnomons, an dem Tage derSommersonnenwende, sowohl zu Marseille, als auch zuByzanz. Zu Byzanz soll die Verhältnis; des Schat-tens zur Länge des Gnomons, wie 6oo zu 209 gewe-sen seyn. Und hieraus hat man die Schiefe der Eklip-tik zu den Zeiten des Pythias auf rz Grad <;o Mi-nuten berechnet, Pythias hatte anstatt der Verhält-niß 600: 209 die wahren Längen 120: 4c, 8 gestßt;und die Bemerkung dieses Bruchs lehret, daß py«rhias in seiner Beobachtung sehr genau verfahren seynmuß. Aber Constantinopel und Marseille liegen dochbey weitem nicht unter einer Parallele: und daher kannauch die Verhältnis; des Schattens zur Höhe des Gno-mons an beyden Orten nicht einerlei) gewesen seyn; amallerwenigsten paßt diese Bestimmung aus Constantino-pel : denn da verhält sich der Schatten eines senkrech-ten Stabes, an Mittage der Sommersonnenwende, zurHöhe desselben, wie zy, z: rra; und Pythias hät-te sie daselbst, wie 41,8: >20 gefunden? der Unter-schied ist zu groß, als daß Pythias um so viel gefeh-let haben sollte, da erden Bruch so genau angab Alsohat er diese Beobachtung sicher nicht zu Constantino-pel angestellt. Aber nun fragt sichs: ist sie zu Marseille
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