ZO4 Sternkunde bey den Akademikern.
große Wasserfluth, der Sommer hingegen in eine allqe.meine Feuersbrunst verwandeln. Und diese letztere Pe-riode ist es, die nian das große Platonische Jahr zn nen-nen pflegt. Die Alten ließen also die Erde mit Feuerund Wasser zerstören.
Die Aegyptier waren zwar auch der Meynung, daßdie Erde einst verbrennen würde: aber davon, daß sie die-se Begebenheit vermittelst jener Perioden zu bestimmengesucht hatten, findet man keine Spuhr: ihr großesJahr, war bloß die astronomische Hundsternperlode undbrachte nach ihrer Meynung, vielmehr die Jahre desUeberfiusses und der Fruchtbarkeit, als den Untergangder Welt, zurücke.
Gedachter Einfall, daß die allgemeine Zusammen-kunft der Planeten eine sehr wichtige Begebenheit verma -chen sollte, ward in der Folge auch auf die Conjunktionzwoer Planeten ausgedehnt: und so entstanden wiedereine Menge großer Jahre, die aber in Rücksicht auf dieallgemeine Vereinigung aller Planeten, sehr klein waren,und nur etwa kleinere merkwürdige Vorfälle der Weltmitbringen sollten. Und dieß war auch die Ursache, war.um man sich dergleichen Planetenzusammenkünfte sorgfäl-tig zu beobachten und in die Tagebücher aufzuzeichen an-gelegen seyn ließ. Daher sind alle die astrologoischeu Pe-rioden über die Zusammenkünfte des Jupiters und Sa»turns in einem bestimmten Punkte des Thierkreises oderder Ekliptik entstanden.
Die Bedürfnisse des gesellschaftlichen Lebens derMen»schen hatten gewisse oben angeführte Perioden, die denLauf der Sonne und des Monds ins Gleiche brachten,geheischt: und man pflegte alsdann auch diese Periodenmit dem Namen großer Jahre zu belegen. So nannteman, zum Bepspiele, die 6c>o jährige Periode der Pakri»archen, die Mondsonnenperioden von rrz und 669Mo»nachm, wie auch den Zeitraum von z6oo, und 60s
Jahren