240 Sternkunde bey den Griechen.
schreibet von einer Sonnenfinsterniß gewiß nicht sagenkönnen: die Sonne verschwand und die Nacht setzte sichan die Stelle des Tages.
Thaies machte sich, besonders durch die Vorherbe-stimmung einer großen Sonnenfinsterniß, unter seinenGriechen berühmt. Allein da Thaies diese Kunst beyden Aegyptiern gelernt hatte; und da diese dergleichenErscheinungen nur nach gewissen Perioden berechneten:so begreift man leichte, daß diese Bestimmung des Thü-les eben nicht sehr genau zugetroffen haben mag *.
Man saqtauch: Thaies habe den scheinbaren Durch-Messer der Sonne in Theilen deö Zirkels bestimmt undihn auf den 72osten Theil des ganzen Kreisumfangs,oder nach unserer Eintheilung auf einen halben Grad ge-steht. Nun konnte Thüles diese Bestimmug frenlichnicht selbst gemacht haben; denn er hacke nicht die dazunöchigen Werkzeuge: und man sichet wohl, daß er diemittlere Proportionalzahl aus jenen zwo ägyptischen Be-stimmungen, deren eine den 7ooken und die andere den7;osten Theil des ganzen Himmels für den Durchmes.ser der Sonne gab, genommen haben muß**.
§. ir.
pherecydes, der auch zu den Zeiten des Thaieslebte, soll auf einer Insel nahe bey Syrien ein Werkzeuggebauet haben, welches die Sonnenhöhen abzumessendiente*** Allein dieses Werkzeug, welches ohne Zwei-fel weiter nichts als ein Gnomon war, wurde in Grie-chenland erst durch den Anaximandeu, der ein ähnli-ches zu Sparta errichten ließ, bekannt. Dieser Philo-soph und Nachfolger des Thaies ward im Jahre 6iovor unserer Zeitrechnung zu MiletuS geboren. Die alten
Schrift-
* 2ten Band. 6. Absch. §. 24.
** Ebendaselbst. §. 2;.