Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
212
Einzelbild herunterladen
 

2,2 Sternkunde bey den Aegyptiern.

res Tagezirkelö, oder ohngefehr den z i sien Theil einerStunde; und dieß stimmt mit der Wahrheit hinreichendüberein.

prolomäus verwarf zwar diese Verfahrungsartenallerdings aus gegründeten Ursachen: allein dich warenauch nur Versuche, die in der Folge zu glücklichem Er-findungen Anlaß gaben; und ist immer angenehm,wenn man stehet, wie sich die Fähigkeiten des menschli-chen Geistes nach und nach entwickelten. Denn allemenschliche Kenntnisse werden bloß mit dem Alter derWelt vollkommer; und die Gelehrten bilden gleichsameine besondere Republik, welche seit dem Anfänge derWelt beständig an ihrer Einrichtung etwas auszubesserngefunden hat.

plurarch* meldet, daß die Erde, nach den ägyp-tischen Berechnungen 72 mal größer, als die Erde sey.Aber soll man dieses von dem körperlichen Inhalte odervon seiner scheinbaren Scheibenfläche verstehen? Wäredas letztere: so würde der Diameter deü Monds wenig-stens acht mal kleiner, als der Durchmesser der Erde seynmüssen; wäre aber das erstere: so kam der Durchmes.ser des Monds beynahe viermal kleiner, als der Diame-ter der Erde heraus; und dieß wäre der Wahrheit,nach denneuern astronomischen Ausmessungen, allerdings ziemlichgemäß. Denn LlairaM * * fand den körperlichen In-halt des Monds 67 mal, und BernouUi** *** " 71 malkleiner, als die Erde. Ob wir nun gleich selbst zugebcn,daß dergleichen Bestimmungen aus der alten Sternkun-de bloß durch zweifelhafte Traditionen auf uns gebrachtworden sind; und ob wir gleich nicht behaupten, daßihre Ausmessungen auf mathematischen Grundsätzen be-

* Oe facie in orb. lunae-

** cie I '/Icgäemie clez 8cien. 1754 - p- 559'

*** klr. sie /a ^üronoin. O. III. src. Z41Z.