2io Sternkunde bey den Aegytiern.
Frucht des Genies und der Gelehrsamkeit dieser altenNation halten? Die Menschen sind oft gegen diejeni-gen, welche etwas neues lehren, und ihre Nation aus derUnwissenheit heraus zu ziehen suchen, sehr undankbar.
Wie viel große Genies sind nicht deswegen aus ihremVaterlande verwiesen und unglücklich gemacht worden?
Hatten sie sich eines geheimen Vortrags, wie die ägyp- *tischen Priester bedient: so hatten sie vielleicht zufriedenin ihrem Vaterlande sterben können. Man muß dieProdukte des Geistes zuweilen, so wie die guten Empfin-dungen des Herzens, lim das Leben zu erhalten, nachdem Beyspiele der Alten unterdrücken, und die Wahr-heit erst nach dem Tode bekannt machen lassen.
Solchergesiallt haben diese Geheimnisse der Aegyp-tier freylich einige unserer neuen Schriftsteller auf dieGedanken gebracht, als ob die Aegyptier gar keine ge-gründeten Wissenschaften besessen hatten. Man haltinsgemein dafür, daß sie dem Herodoms, ^welcher ,ohngefehr um das Jahr 400 vor Christi Geburt inAegypten aufhielt, und sich von den dasigen Priestern un-terrichten ließ, ohne Zweifel etwas voll den oben ange-führten Unterschiede ihrer Jahre gesagt hätten, wenn erihnen selbst bekannt gewesen wäre:* und man sagt, die-ser Geschichtschreiber melde davon nichts. Allein gesehtauch, daß Herodorus in der That nichts davon ge-denkt : so wissen wir doch aus der Epoche ihrer Hund-sternperiode, daß sie jenen Viertelstag, um welchen ihrz 65tägiges Jahr zu klein war, schon 2782 Jahr vorChristi Geburt gekannt haben müssen; und man muß,umbergleichen Dinge gehörig zu beurtheilen, auch aufdiese unumstößliche Beweise Rücksicht nehmen. ,
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