2OO Sternkunde bey den Aegyptiern.
sternperiode von 1461 Jahren abbilderen, unserer Kon-jektur von dem nordischen Ursprünge derselben keineöive.ges: die Aegyptier ahmten sie, weil sie selbst keine an«dere erdenken mogten, nur nach.
Unten werden wir darthun, daß gedachte Hundstern-periode ohngefehr um das Jahr 2782 vor Christi Ge-burt festegefeht worden ist. * Da nun dieselbe eine Kennt-uiß von dem Ueberschuß des Sonnenjahres über ;6;Tage vorauSseßt; da ferner zu der Bestimmung diesesÜberschusses wenigstens eine hundertjährige Reihe astro-nomischer Beobachtungen nöthig war; und da man zuAnfänge dieser Beobachtungen schon eine Kenntniß vondem z6s tägigen Jahre haben mußte: so folgt, daßwir die Einführung des ReligionsjahreS von z6s Ta-gen, ohne Bedenken auf das Jahr 2887 zurücksehenkönnen.
^ § 9 -
Die Aegyptier machten auch verschiedene Mondperio-den. Anfangs pflegten sie lauter Perioden von fünf lindzwanzig zSstägigen Jahren zu zählen; und jede dieserPerioden enthielt genau zoy Vollmonden. Also fielder Neumond nach Verlauf einer jeden solchen Periodegerade in dem nämlichen Tage des gedachten Religions-jahres. Unterdessen mußten diese ägyptischen Astrono-men doch leichte bemerken, daß der Vollmond deswe-gen doch keincöwegeö an dem nämlichen Orte des Him-mels oder bey eben dem Sterne fallen konnte, bey wel-chen sie ihn zu Ende der nächst vorhergehenden Perio-de beobachtet hatten: sie sahen also, daß die Sonne ihtebenfalls nicht bey den nämlichen Sternen stehen konnte,bey welchen sie zu Anfänge dieser Periode gestanden hat-te. Um nun eine neue Periode zu erfinden, nach derenVerlauf die Sonne und der Mond an eben dem Orte,
von
* 2ten Band. ;. Absch. §. io.