Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
186
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,86 Sternkunde der Pcrsier und Chaldäer.

Acht zu haben, nicht bemerken. Also könnte man schonhieraus schließen, daß die Sternkunde bey den Phrngi-ern wenigstens um das Jahr zooo vor Christi Geburtbetrieben worden sey.

Vielleicht können sich die Phönicier diese Erfindungmit größeren Rechte zueignen. Sie sind, unter allenuns bekannten Nationen, die ältesten Kaufleute. Sieschickten Pflanzvölker nach der Insel Gaulos,* nachSpanien, nach Irland und fast nach allen Gegendenvon Europa. Daher mußten sie es in der Schissahrks-kunst sehr weit gebracht haben. Man halt sie daher inder That für die Erfinder der Sternkunde und Rechen-kunst. Ihre Wegweiser waren die Sterne des kleinenBäres, welcher auch den Beynamen des phrngischenBares erhalten hat.

Allein, obgleich nicht zu laugnenist, daß sich ihrNationscharakter, welcher eigentlich die Handlung zumGegenstände hatte, mit den Wissenschaften sehr gut ver-tragen haben mag; zumal, da eine so weit ausgcbreiteteHandlung weder ohne astronomische Kenntnisse noch ohneMathematik überhaupt eingerichtet werden konnte: sodarf man deswegen doch weder die Phrygier noch Phö-nicier für die Erfinder gedachter Wissenschaften halten;es ist vielmehr wahrscheinlich, daß sie, wie bereits obengezeigt worden ist, mitten in Asien geboren und sodannnach und nach gegen die Ufer des Meeres ausgebreitetworden sind.

Die Phönicier sahen den Nutzen, den ihnen dieseWissenschaften leisten würden, gar bald ein und bemü-heten sich dieselben zu erlernen. Daher muß man dieserNation doch die Ehre widerfahren lassen, daß sie ge-dachte Wissenschaften zuerst gehörig und nützlich ange-wandt haben: und man kann ihnen wenigstens die Er-findung

* Das heutige Gozo. Ucbersetzer.