Von der Sternkunde nach der Sündfluth. 119
angeführte senderbare Eintheilung des Jahres in drei)Jahreszeiten gemacht worden ist: denn der Grund oderdie Gelegenheit, welche die Menschen zu dieser Einthei-lnng verleitete, kann unter keiner andern Himmelsgegend,als unter allererst gedachter Breite von 79 Graden Stattgefunden haben. Und die Fabel von dem Janus undPhönix, »ach welcher die Sonne gar nur 65 Tagelang abwesend war, führt uns noch weiter gegen einePolhöhe, die der unsrigen immer naher kömmt. DieFeste des Osiris lind Adonis, deren Tod oder Abwe-senheit man 40 Tage lang betrauerte, scheinen, wennman sie mit der Gewohnheit nordischer Völker, die denRückzug der Sonne 40 Tage lang beweineten, und de-ren Rückkehr eben so, wie die Aegyptier das Fest deswieder gefundenen Osiris und Adonis celebrirten, al-lerdings unter dem ckzsten Grade der Polhöhe entstan-den zu seyn, Und auf solche Art mag die Verehrung die-ser bei,den Personen durch den scythischen Dcukalionohne Zweifel aus dieser Gegend nach Syrien gebrachtworden seyn.*
Wenn man diese Fabeln mit einander vergleicht: soscheinen die Menschen freylich anfangs vorzüglich dienordischen Gegenden bewohnt zu haben; es ist aber wahr-scheinlich, daß sie sich von da erst in spätern Zeiten ge-gen den Aeguator auöbreiteten: und hieraus würde fol-gen, daß die Sternkunde durch einen ganz besonder» Zu-fall erfunden worden wäre. Nämlich: da die Menschenbey ihrer Wanderung der Sonne gegen Süden nach-folgten, und die lange traurige Nacht unter dem Polzu vermeiden suchten: so entdeckten sie gar bald die Run-dung der Erde, die Schiefe des Thierkreiscs gegen dieMittellinie, und die periodischen Bewegungen der Plane-ten aus Abend gegen Morgen. Allein dieß begreift manH 4 leichte,
' 2ten Band. z. Absch. §. q.