Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
118
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n § Von der Sternkunde nach der Sündfluth.

Nämlich: man könnte hieher die Fabel von der pro-ferpina, welche sich allezeit sechs Monathe auf der Erde,und sechs im Reiche der Schatten aufhalten sollte, rechnen.Dann scheint auch jene Fabel von dem -Herkules undvon den Amazonen hieher zugehören: denn aus dieser er-hellet, daß die Nacht eine Herrschaft in den nordischenZonen des Himmels hatte, und daß ihr diese Herrschaftvon Zeit zu Zeit durch den -Herkules, als das Bild derFrühlingssonne, entrissen wurde. Nimmt man nun an,daß die Alten durch diese Fabel, die verschiedene Erschei-nung der Sonne in den nördlichen Gegenden gemahlk ha-ben : so laßt sie sich leichte erklären; denn unter dem Polherrscht alle Jahre,sechs ganzerMonathe lang, eine völ-lige Nacht: und die übrigen sechs Monathe, das Heist,von der Frühlingsnachtgleiche bis zum Anfänge desHerbstes, geht die Sonne niemals unter.

Auch, das bey den Alten so tief eingewurzelte, Vorur-theil von der Vollkommenheit des kreisförmigen Laufsder himmlischen Körper, scheint zuerst unter dem Polentstanden zu seyn: denn daselbst sah man nicht nur dieSonne während den sechs Monathen ihrer Herrschaft,sondern auch den Mond und die Sterne im Winter, stetsin einem völligen Kreise am Himmel herumlaufen. Viel-leicht hat man auch hier den Ursprung der Jahre vonsechs Monathen zu suchen: denn diese würden bloß dieLänge eines Tages und einer Nacht, unter den Polen, an-zeigen z und die Bewohner von Kamschatka pflegen nochißt nach Jahren von sechs Monathen zu zahlen.*

Wenn wir uns aber von dem Pole wegwenden, unduns unter dis nördliche Breite von 79 Graden, wo dieNacht nur vier Monathe lang dauert, begeben: so wer-den wir hier vielleicht den Ort finden, wo die bereits oben

ange-