i o6 Von der Sternkunde nach der Sündflnth.
Zeichen zu herrschen, hinzu. Dann sichten sie noch vierneue Götter für die Zeichen der Nachtgleichen und derSonnenwenden: und diese waren nichts als Sinnbil-der von den Veränderungen der vier Jahreszeiten.*-Herkules, oder JupiterÄmnioil, stand der Frühlings-nachtgleiche vor; Horus dem Sommersonnenstillstande;Gerapis der Herbstnachtgleiche; und Harpokracesden: Wintersonnenstillstande.* * Die Hieroglyphen wa-ren es, welche diese Sinnbilder hervorbrachten und die-sen neuen Gottheiten ihren Ursprung gaben. Man fin-det Spuhren von dem Wege, dem dis Alten gesolgetsind. Denn man weiß, daß sie die Sonne, wenn sieim Winkersolstitio war, unter der Gestalt eines Kindes,imFrühlinge hingegen,unter derFigur eines jungen erwach-senen Menschen mahlten, der Sommer war bey ihnenein Mann mit einem starken Barte; und der Herbstwurde durch einen Greiß vorgestellet. Außerdem ver-änderte die Sonne auch ihre Gestalt und das Gesicht beyeinem jedem Zeichen des Thierkreises. * * * Man siehetdaher augenscheinlich, daß aus diesen Gemählden derUrsprung von den Göttern der Nachtgleichen und derSonnenwenden herzuleiken ist.
§- 5 -
Eine sehr merkwürdige Sache ist dieses, daß esscheint, als ob alle menschliche Kenntnisse aus Nordengekommen seycn: denn dieß ist wider das angenommeneVorurtheil, welches die Aufklärung der Erdbewohner,so wie ihre Bevölkerung, vom Mittage nach Norden er-folgen läßt.
* Oenrcm Prolog, p. 84.
** U. 2. c. 2, Z, 4, 5, 6.
*** 4ck,rc>o/>. Lalur. I. I. L. iZ- in Umaeo la-
U. II. c. 2.