iv2 Von der Sternkunde nach der Sündfiuth.
was mit der Wahrscheinlichkeit und Ordnung in der Na-tur streitet. Das erstere ist historische Wahrheit: dasübrige ist allegorisch und sabelhaft; es sind die Zierden,womit die übertriebene Phantasie und die Bilderspracheder morgenlandischen Völker ihre Erzählungen verschö-nerte. So ist, zum Beyspiel, die Fabel vom Herkules,wo man die Allegorie augenscheinlich erkennet, beschaf-fen. Er ist das Sinnbild der Sonne überhaupt, undinsbesondere der Frühlingssonne. Hebe, die man iihmzur Frau gab, ist das Sinnbild der jugendlichen Naturoder des Frühlings: denn dieser kommt auch alle Jahrewieder. Die zwölf Arbeiten des Herkules sind diezwölf Zeichen des Thierkreises. Alles, selbst das.Tref-fen mit den Amozonen, wie Herr von Gebelain meynt,spielt auf den Lauf der Sonne an. Seine Erklärung istwahrscheinlich und sinnreich ". Bis auf den Marzmo-nath sollen die Nächte der Sonne, das heißt, dem Her-kules , den himmlischen Gürtel oder den Thierkreis strei-tig gemacht haben. Das Wort Amazone ist auszwey Worten gemacht, wovon das eine Vereinigung,und das andere Zone andeutet. Die Nachte beherr-schten also zuweilen eine Zone; das heißt: sie behaup.teten die Herrschaft über einen Theil des Himmels; end-lich aber wurde Herkules ihrer mächtig, und entriß ih-nen den Gürtel. Die Königin, welche diesen Gürtelüberlieferte,-heißt Menalippe, das ist, Königin mitden schwarzen Haaren: oder das Sinnbild der Nacht.
Der Sieg des Herkules, oder der Sonne, über dieNachtgleiche im Frühlings, geschah nach der Fabel, an
den
* Ucberhaupt ist nichts sinnreicher, als die Wortablei-tungen, und die Quellen von den Worten unsrer heutigenSprachen, die von dem Herrn Court de Gebelam ange-zeigt worden sind. Man wünscht daher das Wörterbuch,das er verspricht, gar sehr.