Von der Sternkunde vor der Sündfluth. 73
Neumonde wieder auf den nämlichen Tag des Sonnen-jahreö fallen. Also machte man zwo Perioden: die einevon 18 Jahren i l Tagen, als nach welcher allezeit dieehemals da gewesenen Finsternisse wieder erschienen: diezwote hingegen von 19 Sonnenjahren, um die Epocheder großen Feste und Opfer anzuzeigen; und diese letzterewar cs, die den Mcton in Griechenland so berühmt ge-macht hat. Allein da man diese Periode auch bey über-aus viel andern Völkern, als zum Beyspiel bey denCoptern, Chaldäern, Arabern, Indianern, Chine-sen, und Tartaren findet: so erhellet leichte, daß wir dieErfindung derselben viel weiter hinaus sehen, und derenUrsprung ebenfalls bey den ersten Völkern vor derSünd-stuth suchen müssen.
§. 6 .
Man darf wegen der Erfindung dieser Periode ebennicht schließen, daß sie eine allzuweit ausgebreitete Kennt-niß astronomischer Erscheinungen voraussetze, und daß mandiese den Bewohnern der ersten Welt nicht füglich zu-eignen könne: denn es wurden zu der Bestimmung je-ner neuem Periode von 6oo Jahren, die Joscphus*seinen Patriarchen zuschreibt, noch weit mehrere Kennt-nisse und zahlreichere Beobachtungen erfordert. Also konn-ten ja die ersten Menschen die erstere Periode eben so leich-te und wohl noch leichter erfinden.*
Eine astronomische Periode Heist, wenn die Redevon einein Planeten ist, die Zeit, welche er braucht, umden Kreis, den er beschreibt, zu durchlaufen; wenn manaber auf verschiedene Planeten zugleich Rücksicht nimmt:so ist die Periode ihrer zugleich betrachteten Bewegungdie Zeit, welche vorbeyfließt, ehe sie alle an dem näm-lichen Orte des Himmels, von welchem sie ehemals zugleichausliefen, zugleich wieder erscheinen. Man siehet leichte,
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