66 Von den ältesten astron. Entdeckungen.
stimmte man anfangs ohnfehlbar für die drey oberstenPianecen zuerst.
§- 24.
Nun fah man, daß Saturn nicht nur unter allenübrige» Zrrsternen am schwächsten glänzte, sondern auch,um den Thierkreis zu durchlaufen, unter allen die läng-ste Zeit uörhig hatte: hieraus urtheilte man sofort, daßer sied in einem großem Kreise als die übrigen bewegen,und aus diesem Grunde am weitesten von der Erde ent-fernt seyn müsse; eben so schloß man auch, bey dem Ju-piter , Mars und der Sonne, von der Dauer ihrer Re-volutionen auf deren verhältnißmäßige Entfernung; manstellte sich diest Bahnen in Gestalt koncentrischer Kreise,deren gemeinschaftlicher Mittelpunkt die Erde war, vor:und auf diese Art entstand das Weltstistem der Alten,welches uns unter dem Namen des Ptolomaischen be-kannt ist.
Allein nun wußte man nicht, was man mit derVenus und dem Merkur anfangen sollte: denn diese bey-de ließen sich an die Vorschrift gar nicht binden. Mausah zwar wohl, daß sie nach mannichfaltigen Ausschwei.jungen endlich ebenfalls den ganzen Thierkrcis aus Abendgegen Morgen durchliefen: aber dicß geschah allemalHeynahe in eben dem Zeitraum, in welchem ihn die Son-ne zu durchlaufen schien; und man bemerkte überhaupt,daß sich diese beyde Planeten fast beständig nahe bcy derSonne befanden. Hieraus schloß man wieder auf einezweyfache Bewegung dieser beyden Sterne; denn manbehauptete nicht nur eine mit der Sonne gemeinschaft-liche Bewegung durch den Thierkreis, sondern man sag.te auch: diese zwey Planeten werden überdies; noch miteinem ganz besondern Hin- und Herrlichen gegen dieSonne selbst beunruhigt. Man wußte daher gar nicht,an welchen Ort des gedachten Weltsystems diese beydenSterne angebracht werden sollten r ob sie sich in kleinern
oder