60 Von den ältesten astron. Entdeckungen.
In der Folge zog man anch die übrigen Sterne ans-serhalb dem Thierkreise in verschiedene Figuren zusam-men : und diese belegte man ebenfalls mit den Namender Thiere. Auch ist es höchst wahrscheinlich, daß mansich alsdann erst, Menschengestalten an den Himmel zusehen, einfallen ließ, als man schon die Sckicksaale derMenschen in der verschiedenen Lage der Gestirne vorauszu sehen glaubte. Dergleichen menschliche Gestaltenhatten also anfangs keine Namen; und es geschah nurerst zur Zeit der eitel gesinnten Griechen, daß sie derglei-chen Sternbilder mit den Namen ihrer Helden belegten.
§. l7.
Die VersahrungSart, vermöge welche man die Nacht-gleichen und Sonnenwenden durch gewisse Sterne amHimmel anzeigte, gab in der Folge zu einer höchst wich-tigen Entdeckung Gelegenheit. Denn gedachte Punktewaren nun auf bereits oben gedachte Weise bestimmt unddiejenigen Sterne, welche sich zunächst dieser Punkte be-fanden , als bekannt feste gesetzt; man fuhr von Zeit zuZeit mit diesen Beobachtungen fort: und nach einigenJahrhunderten sah man, daß die Sterne, welche zumBeyspiel am Tage der Herbstnachtgleiche aus den Son-nenstralen hervorgerückt waren, nach etlichen . Jahrhun-derten erst den darauf folgenden Tag erschienen. Daman nun aber die Punkte der Nachtgleichen und Son-nenwenden selbst unbeweglich zu ssyn glaubte: so schloßman, daß diese Bewegung den Sternen selbst eigenthüm-lich seyn müßte. Man nahm die künstliche Himmeiö-kugel mit den darauf gezeichneten Sternen zu Hilfe: undman bemerkte, daß diese beobachteten Sterne ihren Standgegen die übrigen demohngeachtet nicht geändert hatten.Also laugnete man zwar die Unbeweglichkeit der einzel-nen Fixsterne unter einander nicht: aber man erfand aufsolche Art noch eine andere Sternkugel, welche sich nichtmir täglich einmal yuö Morgen gegen Abend, sondern