12 Vorläufige Betrachtung.
gebenheiten des Alterthums richtig ausgezeichnet undauf die Nachkommen gebracht habe: so würde doch einsunsägliche Arbeit, um dieß alles gehörig zusammen zuordnen, erfodert; allein wenn einige von gedachtenTrümmern verloren gegangen sind: so wird man die nochübrigen bald so und bald nach einem andern Riß oderEntwurf zusammensetzcn; aber dann wird das neue Ge-bäude dem alten doch niemals ähnlich werben. bleber-dieß findet man auch, dasi sich die Geschichtschreiber desAlterthumö sehr oft in Rücksicht auf die Bestimmungder Zeit sowohl, als in Ansehung der Begebenheitenwidersprechen: daher muß man entweder tiefer nach-spahen und alles sorgfältig mit einander vergleichen;oder man muß, wenn dieses nichts fruchten will, seineZuflucht zu Conjekturen nehmen: und diese lasten sichdoch niemals von dem Verdachte der Ungewißheit be-freyen.«
Nun begreift man aber leichte, daß wir vermit-telst der heutigen Sternkunde in das Alterthum zurück-kehren und die Zeiten, wo sich merkwürdige Begeben-heiten ereigneten, bestimmen können: denn da sie ver-möge ihrer abergläubischen Religinn die Sonnen- undMondfinsternisse für Vorboten sonderbarer Vorfälle hiel-ten: so vergaßen sie dergleichen merkwürdige Erschei-nungen beym Aufzeichnen der Geschichte selbst selten oderniemals. Wenn wir nun ißt zurück rechnen und dannauf eine solche Sonnensinsterniß treffen, die ohngesehrum dieselbe Zeit fällt und in dem Lande, wo sich dieBegebenheit ereignete, total oder wenigstens sehr großgefunden wird: so hat man das Jahr und den Tag die-ser Erscheinung, und man kann sich desselben als ei-nen neuen Leitfaden in der Geschichte anderer Völkerund anderer Zeiten bedienen: und auf solche Art habensich zween gelehrte Benedictiner, Llemencet und Du-rand