8 Vorläufige Betrachtung.
stein seiner Lehre von der Schwungkraft und Schwere derKörper zu legen.
Dieß wäre also der Gegenstand und die Natur desWachsthums der Sternkunde, welchen wir von Zeit zuZeit nachzuspahen und zu entwickeln gesonnen sind: aberitzt muß ich nur noch den Nutzen dieser Wissenschaft mitwenig Worten berühren.
Einige halten dafür, daß die Sternkunde bloß dieNeugierde der Menschen befriedige, übrigens aber kei-nen wahren Einstuß auf die Glückseligkeit eines Staatshabe: allein diese irren überaus sehr. Denn gesetztauch,daß diese Wissenschaft keinen einleuchtenden Vortheil inRücksiclft ans die Zerstörung des Aberglaubens, auf eineschicklichere Behandlung des Ackersbaues, auf die ge-naue Bestimmung und Einkheilung der Zeit, und aufdie Schiffart, leistete: so hatte sie doch unstreitig diesesmit andern Wissenschaften gemein, daß sie zur Aufklä-rung unserer Zeiten und zur großem Vollkommenheit desmenschlichen Geistes sehr viel beyträgt: aber ich will ih-ren Nutzen in angeführten Fallen noch kürzlich ins beson-dere darthun.
Von Natur' scheuet der Mensch alle die Gefahr,welche er weder gehörig kennt, noch sie abzuwenden, oderihr zu entgehen weiß: überall, wo etwas von dem unsbekannten gewöhnlichen Lause der Natur abzuweichen undauf eine außerordentliche Art zu entstehen scheint, davermuthen wir Gefahr; und wenn wir deren Naturnicht kennen: so lassen sich auch keine zuverläßigen Mit-tel wider dieselbe aussündig machen: daher entstehet dieFurcht. Anfangs gewöhnen sich die Menschen an dietäglichen Erscheinungen des Himmels und wissen nichts,als was ihnen die Sinne lehren: sobald sie nun eine Er-
Erschei-