7
Vorläufige Betrachtung.
chen und diese vortrestiche Wissenschaft auch von den klein-sten Unvollkommenheiten reinigen. Der philosophischeTheil gedachter Wissenschaft beschäftigt sich mit Erklä-rungen der himmlischen Begebenheiten aus den Gesehender Bewegung. Was die griechischen und römischenWeltweisen anbetrifft: so hegten sie von dem Ursprüngeund Bildung der Welt ganz verschiedene und zum Theilhöchst seltsame Meynungen; sie disputirten sehr verfäng-lich über die Natur der Elemente; sie schufen in ihrenGedanken, deren bald mehrere, bald vernichteten sie die-selben wieder, so, wie es ihrer einmal angenommenenHypothese am beguemsten schien: kurz sie ließen bloß ih-rer Phantasie den Zügel und verfehlten den richtigenWeg, auf welchem man die Natur in ihren Wirkungenselbst beobachten und ihre geheimen Gesetze erforschenmuß. Ihre ganze Lehre von der Welt war nichts alseine Menge sonderbarer Ideen von ihrer Entstehung ausAtomen oder Elementen: aber was die Ursache anbe-trifft, welche die himmlischen Körper in ihren Bahnenso regelmäßig herum schleudert und das ganze Weltge-bäude in seiner Ordnung erhalt, davon beobachtet dasAlterthum durchaus ein tiefes Stillschweigen.
Es war ein großes Unternehmen und gab eine erha.bene Fähigkeit des menschlichen Geistes zu erkennen, daßman im vorigen Jahrhunderte die Gesetze der Bewegung,die man von den Körpern unserer Erde abstrahirthatte, auf die himmlischen selbst anzuwenden suchte.Descarres dichtete zuerst gewisse Aetherwirbel, welchedie Himmelskörper mit sich in ihren Kreisen herum füh-ren und auch zugleich die Ursache der Schwere seyn soll-ten. Ob nun aber gleich diese Erklärung viel Wider-sprüchen unterworfen ist: so zeugt sie doch von einemgroßem Genie ihres Erfinders und gab vielleicht selbstdem großen U7ewcon die erste Gelegenheit den Grund-
A 4 stein