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Taube.
der Beistand des heil. Geistes sollte symbolisirt werden, wel-cher der Kirche für alle Zeiten verheissen war. Und dieVermuthung liegt nahe, dass dieser verheissene Beistand hin-wiederum hier nur auf die göttliche Leitung der Kirchezu deuten sei, nach den hierarchischen Vorstellungen der Zeit,im Gegensatz zu dem weltlichen Begimente undEinfluss. So scheint es auch, dass die Taube zumeist beisolchen Bischöfen und Kirchenfürsten angebracht worden, beideren Erwählung jeder Einfluss der weltlichen Macht ent-schieden nicht Statt fand. —
Dass auch die Taube als Sinnbild der Seele dienteist vielleicht aus einer älteren Zeit in die christliche Kunstübergegangen. Das Bild empfahl sich dem christlichen Sinneschon um deswillen, weil die Seele auch oft der Geist ge-nannt wurde und die Taube als Symbol für den heil. Geistim Gebrauche war. Nur blieb dann der Behandlung über-lassen, den Geist, als menschliche Seele, von dem heil. Geiste,als göttlicher Person, angemessen zu unterscheiden. Ich findein Heiligenbildern die Taube als Symbol der Seele nur beieinigen Frauen und zwar aus einer Zeit, wo der Heiligenscheinschon gäng und gebe war. Somit konnten beide Ideen ganzbequem unterschieden werden, indem man bei der Taube alsSeele der Frommen den Heiligenschein wegliess oder charak-teristisch genug von dem Nimbus des heil. Geistes unterschied.— Auf altchristlichen Bildwerken kommen diese Tauben un-zähligemal vor. Sie deuten, nach der Erklärung, die schonPaulinus von Nola gibt, auf die Herzenseinfalt. Darumso häufig, um die Seelen verstorbener Kinder zu symbolisiren.Die Uebertragung des Bildes auf Frauen ist für die christ-liche Symbolik recht bezeichnend.
Endlich bleibt noch zu erwähnen übrig, dass sich auf sehralten christlichen Denkmälern oft eine Taube mit einem Oelzweig