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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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Tafel. Taube.

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S. Cyrillus, als Karmeliter. Ein Engel reicht ihmzwei Tafeln. Siehe Engel.

Taube.

Am allerhäufigsten wird die Taube als Symbol des heili-gen Geistes, zumal im späteren Mittelalter allerwegen, ge-funden. Schon im Neuen Testament gilt sie als solches. Aberauch in den philosophischen Schriften der alten Juden wirdder heilige Geist bald unter dem Bilde des Adlers, bald demder Taube symbolisirt und so unterschieden, dass das Bildder Taube dem neuen Messiasreiche, der Erfüllung, an-gehört, der Adler der Zeit des alten Bundes, derErwartung, verbleiben muss. Es ist schwer über diese Dingein zwei Worten zu reden und doch muss auf den tieferenVerband, den alle dergleichen Symbole haben, hingedeutetwerden.

Die Taube ist ferner der Ausdruck für die Inspirationdes heil. Geistes in der Kirche.In der Ikonographieder Heiligen hat dieses Bild zu einer Menge von LegendenVeranlassung gegeben, die, mehr oder minder abweichend,die Erwählung eines Bischofs durch eine Taube berichten.Bilder der Art kommen aller Orten vor. Es finden sich sogarin ein und derselben Diöcese ganze Reihen von Bischöfenhinter einander, alle auf gleiche Weise mit einer Taube vor-gestellt, welche sie als den zu erwählenden Hirten soll bezeichnethaben. Ja ganze Reihen von Aebten in einem und demselbenKloster sind, in dieser Weise mit einer Taube vorgestellt,nahmhaft zu machen. Schon ältere Kirchenschriftsteller habendie Meinung ausgesprochen, dass die Taube auf diesen zahl-reichen Bildern nicht auf ein specielles wundervolles Er-eigniss zu beziehen sei obschon es nirgends an spä-teren Legenden der Art fehlt dass vielmehr darunter