Marienbilder.
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auf die Spitze getrieben wurden. Da sich aber die Contro-vers dieser beiden Mönchsorden keineswegs als ein absoluterGegensatz der Lehrmeinung herausstellte, so finden sich auchDarstellungen genug, denen man sich von beiden Theilen mitderselben Liebe zuwandte.
Schon in der frühesten Zeit finden sich Erzählungen vonder Jungfrau Maria, durch welche die kärglichen Nachrichtenin dem Neuen Testamente gleichsam sollten ergänzt werden.Im zweiten Jahrhunderte einzelne Angaben, aus dem viertenJahrhunderte schon zusammenhängendere Begebenheiten undBerichte über ihre ersten Lebensschicksale. ApokryphischeEvangelien und Historien verbreiten sich umständlich übereinzelne Dinge, woraus denn eine Reihe von Darstellungenhervorgegangen, die von den Künstlern mit zunehmender Vor-liebe behandelt worden sind. Ohne die Kenntniss dieserallen Traditionen sind diese malerischen Darstellungen oft voll-kommen unverständlich. — So wird erzählt, wie Maria alsdreijähriges Kind von ihren Ellern in den Tempel ge-bracht, die fünfzehn Stufen, deren jede eine halbe Elle hochgewesen, ohne Straucheln hinangestiegen sei (vergl. Treppe)und nicht mehr aus dem Tempel heim verlangt habe. Mariasei nun jm Tempel erzogen worden, von Engeln gepflegt undernährt. Als später der Hohepriester C Zacharias nennt ihnein apokryphisches Evangelium Marias) die im Tempelerzogenen Jungfrauen nach Ilause sendet, damit sie sicli nachdem Gesetze mit einem Manne vermählen sollen, widerstrebtMaria, die damals vierzehn Jahre alt war, weil sie vonihren Eltern dem Herrn geweiht sei. In dieser Verlegenheitberuft der Hohepriester die Aeltesten des Volkes, die dann denAusspruch tliun, hier müsse der Wille Gottes befragt werden.Der Hohepriester geht in das Allerheiligste. Ein Engel be-lehrt ihn, dass er die Witwer des Volkes berufen möge;