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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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Krone.

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bolisirt die Vollendung, den Preis des Gerechten, des Voll-kommenen. Nach dieser Deutung ist es nicht mehr auffallend,wenn die Krone auf Heiligenbildern so sehr häufig vorkömmt.Denn eigentlich gebührt sie ja allen Vollkommenen.

Ob sich die Bedeutung der Krone nicht an die Vor-stellung anlehnte, dass sich die jungfräuliche Seele mit Chri-stus, dem Bräutigam vermähle, stelle ich als Frage dahin.Aus dem Talmud wissen wir nämlich, dass die Bräute miteiner Krone geschmückt wurden. Die Uebertragung in diechristliche Mystik hätte nichts befremdendes; zumal da dasBild der Ehe so häutig wiederkehrt. Christus der Bräutigamund die Kirche die Braut; oder Christus der Bräutigam unddie fromme Seele die Braut. (Vergl. unter Ring etc.)

Ueber die häufige, aber auch ungleiche, scheinbar gesetzloseAnwendung der Krone auf Bildwerken, wornach einige Heiligenbald mit, bald ohne Krone erscheinen, ist Folgendes zu erin-nern: Es war nicht selten, dass man kostbare, wirkliche Kronen,als Weihgeschenke, den Heiligen darbrachte. Man legtesie auf ihr Grab (so noch zur Zeit Kaiser Friedrich II. vergl.S. Elisabeth von Hessen), oder schmückte auch wol beifestlichen Gelegenheiten ihre Bildsäulen damit. Diese Kronengingen dann leicht mit dem Typus, in dem man die Heiligen darzu-stellen pflegte, in neu gefertigte Bilder über, und nahmen statt dessymbolischen Charakters der Weihgeschenke, aus Missverstand,den historischen der fürstlichen Krone an. So finden wirz. B., um nur einen Fall anzuführen, den heil. Mauritius aufeinigen alten Münzen mit einer herzoglichen Krone in derHand oder auf dem Haupte; unter welcher Krone aber keines-wegs fürstliche Abstammung kann gemeint sein. Vielleichthaben diese Votiv-Kronen manche fabelhafte Genealogie vonfürstlicher Abstammung mitverschuldet (vergl. Edelsteine),