48
Einhorn.
liehe Zeit hat dabei am meisten Werth auf das Horn gelegt,und es als Symbol des Kreuzes aufgefasst. Vielleichtaus dem Grunde, weil die fabelhafte Naturgeschichte von demHorn dieses Thieres berichtete, dass jegliches Gift durchdasselbe unschädlich gemacht werde. Die gleiche Vorstellungbeim Kreuze, späterhin seit dem neunten und zehnten Jahr-hundert beim Kruzifix. Auch mochte Luc. I, 69. im Lobge-sang der Maria hierhergezogen werden. Zu einer andern Zeittrat die ganze Natur des Thieres in seiner symbolischen Be-deutung mehr hervor. Das Einhorn wurde als Sinnbild derReinheit, der Jungfräulichkeit betrachtet. Die alte Fabel wurdevorgebracht, das Thier könne nur eingefangen werden,' wenneine reine Jungfrau ihm den Schoss öffne; woraus sodann ent-sprang , dass das Einhorn Symbol für die Conceplio imma-culata wurde. Die dem Thiere beigelegte Schüchternheit undLiebe zur Einsamkeit machte es nach einer andern Seite hinzum Ausdruck des klösterlichen Lebens, der klösterlichenZucht und der beschaulichen Einsamkeit. Hiermit ist vor-nämlich zu erklären, wenn das Einhorn an Bischofsstäben, wiein Fulda, am Stabe des heil. Sturmius, und andern Geräth-schaften vorkömmt.
S. Jus tina , mit einem Schwerte. Zuweilen auch miteinem Einhorn C als Zeichen der Jungfräulichkeit).Nicht selten in Verbindung mit
S. Cyprianus , dem Zauberer ,
wo dann Beide Schwerter tragen. Cyprian von Antiochien ist durchden grössten Theil des Morgenlandes, selbst nach Indien gewan-dert, um seine magischen Kenntnisse zu vermehren, die er alsdie Krone alles Wissens betrachtete. In Antiochien hatte sichein Jüngling an ihn gewendet, um durch Beisfand der Zau-berei zum Besitze der Justina, einer frommen christlichen