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Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
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Drachen, Schlange, Lindwurm.

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des heiligen Julian wird berichtet, wie ein schrecklicherDrache, der lange Zeit sein Lager in einem Jupitertempelgehabt, nach Zerstörung dieses Tempels im Lande herumge-streift sei und die Menschen verschlungen habe. Ueberein-stimmend mit der geschichtlichen Thatsache, dass sich dasHeidenthum noch lange Zeit auf dem Lande erhalten hatteCPaganismus), nachdem die Tempel in den grossen Städtenschon zerstört waren. Aehnlich so an andern Orten. Schonältere katholische Schriftsteller haben die Meinung ausgespro-chen, der Drache, den S. Remanus von Rouen, Marcellus vonParis und Andere getödtet, sei nur ein Symbol des Teufels,dessen Macht jene Heiligen durch die Predigt des Evangeliumszerstört hätten. In vielen Fällen sind die ungemein zahl-reichen Drachenlegenden gewiss so zu fassen. Das missver-standene Rild kann die Erzählung vom Drachenkampf hervor-gerufen haben, zu einer Zeit, als die symbolische Redeutungdes Bildes schon geschwunden war. Indessen ist hier doch aneinen merkwürdigen Umstand zu erinnern. Drachen und Rie-sen gehören nach unserm Volksglauben jener bösen unheim-lichen Welt an, die sich der reinen Schöpfung Gottes gegen-übergestellt hat; die aber dem Gericht Gottes nicht entgehenwird. Wie der Trotz der Riesen gerochen worden, berichtenmannigfache Mythen. In unsern Volksmärchen erscheinen siefast ängstlich, furchtsam an der Seligkeit verzweifelnd,Ihr Reich ist dahin. Auch die Thiere, die zu ihnen gehören,sind gerichtet. Diese Vorstellung hat eine Stütze gefundenan den vielerlei Spuren einer zerstörten fremdartigen Welt,die in den Versteinerungen so häufig aufgefunden werden.Namentlich gehören hierher die untergegangenen Geschlechterder Rieseneidechsen C Saurer 3, die wir wol Drachen nennenkönnen, da sie in ihrem ganzen Bau die grösste Aehnlichkeithaben mit jenen Lindwürmern oder Drachen in alten Heiligen-