merkwürdig, dass sich viele Völker — in Deutschland nach-weisbar bis in das XII. Jahrhundert — den Sturmwind alseinen grossen, mächtigen Adler vorstellten.
S. Servatius , als Bischof mit einem Adler.
Servatius, Bischof von Tongern, ist in den Volkstraditionenund Kirchenlegenden zu einer mythischen Person geworden.Er soll viele hundert Jahr gelebt haben, ein naher Anver-wandter der heil. Familie, Brudersohn der heil. Elisabeth gewesensein. Ein Engel gab ihm den Hirtenstab und w^eihete ihn zumBischof. Er konnte, vcenn sich’s von göttlichen Dingen han-delte, alle Sprachen reden, nahm keine andere Nahrung, alsdas Sacrament des Altars u. s. w. In den Servatius-Legendenwird erzählt, wie er einst, auf dem Rückwege von Rom, denHunnen in die Hände gefallen und gefangen genommen wurde.Auf freiem Felde eingeschlafen, rvurde er von einem Adlerbewacht, der ihn mit einem Flügel gegen die Sonne schützte,während er ihm mit dem andern Luft zuwehle (vergl.Bertulph). — Bekannt ist übrigens in der Kirchenhistorie desBischofs orthodoxer Ptifer aus vielen Concilien des IV'. Jahrh.
S. Medardus, als Bischof. Ein Adler breitet seine Flügelüber ihn , um ihn gegen den Regen zu schützen(Yergl. Tauben], Siehe die vorhergehenden Ber-tulph, Servatius.
S. Prisca, als junges Mädchen. Mit einem Adler,der ihren Leichnam bewachte und einem Löwen, vondem sie im Amphitheater verschont -worden. Sie warals Christin dem Gerichte überliefert und hattesich standhaft geweigert, im Tempel des Apollo zu opfern.Nach unsäglichen Martern wurde sie 275 zu Rom ent-hauptet.